Stadt Grevenbroich baut Ordnungsdienst kräftig aus

Sicherheit in Grevenbroich : Grevenbroich vergrößert sein Ordnungsdienst-Team

Die Stadt stockt ihren Ordnungs- und Servicedienst auf elf Kräfte auf.

Die Stadt Grevenbroich will ihre Präsenz im Innenstadtbereich weiter ausbauen und dafür das Personal des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) aufstocken. Das kündigten Bürgermeister Klaus Krützen und Sebastian Johnen, Leiter des Fachbereichs für Ordnung, am Montag an. Das Ziel von elf OSD-Mitarbeitern – derzeit sind es vier – wird aber erst in einigen Jahren erreicht werden.

Vor einem Jahr, im Juli 2018, hatte die Stadt nach erheblichen Beschwerden über Pöbeleien, Schlägereien und Drogendeals im Bahnhofsumfeld für den OSD ein neues Einsatzkonzept mit intensiven Streifen eingeführt. „Wir wollen das Signal setzen, dass sich die Bürger in der Stadt sicher fühlen können, dass wir den öffentliche Raum nicht preisgeben. Deshalb werden wir die Mannschaft des OSD verstärken“, erklärt Bürgermeister Klaus Krützen. Derzeit gehören vier ausgebildete Mitarbeiter dem Team an. Im September hat ein neuer Kollege seinen ersten Arbeitstag, jetzt wurde die Stelle für eine sechste Kraft ausgeschrieben. Darüber hinaus setzt die Stadt auf Qualifizierung im eigenen Haus: Zwei Mitarbeiter sind 2021 fertig ausgebildet. Im Herbst beginnen drei weitere junge Menschen ihre dreijährige Ausbildung.

Schwer ist es nämlich für die Verwaltung, auf dem Arbeitsmarkt Personal zu finden. „Auch in diesem Bereich besteht Fachkräftemangel. Auch andere Kommunen bauen ihren Ordnungsdienst aus, wir stehen im Wettbewerb“, sagt Johnen. Grevenbroich will, wie schon andere Städte zuvor, die OSD-Mitarbeiter in eine höhere Entgeltgruppe einstufen. Bewerbungen von Frauen sind gern gesehen. Laut Stadt wirkt sich die Präsenz einer Frau etwa bei der Kontrolle von aggressiven Menschen deeskalierend aus.

Private Security unterstützt
den Ordnungsdienst

Unterstützt wird der städtische Ordnungsdienst von einem privaten Security-Dienst. Auch nach dem Ausbau des OSD will Krützen sich „die Option offen halten, zusätzliche Security einzusetzen, um bei Bedarf flexibel reagieren zu können“.

Das Einsatzgebiet der OSD-Streifen erstreckt sich vom Bahnhofsumfeld über den Stadtpark und die Innenstadt bis zum Schlossstadion, wo es wiederholt zu Vandalismus kam. Ende Juli, Anfang August soll am Stadion der Bau des geplanten Zauns beginnen. „Sportler sollen aber weiter die Möglichkeit haben, um auf das Gelände zu kommen und Trainingsrunden absolvieren zu können“, betont der Verwaltungschef.

Seit Februar ist die Stadt auch für den Grevenbroicher Bahnhof selbst zuständig. Die Zahl der im Bahnhof festgestellten Vergehen ist laut Johnen aber gering. Auch für das Bahnhofsumfeld sei die Zahl der Beschwerden gesunken, nachdem die Stadt ihre Präsenz verstärkt habe.

Mehr Probleme gebe es im Stadtpark – „etwa wegen Müll und vor allem wegen Lärm. Dort sind Gruppen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit Boxen unterwegs und machen laute Musik“, schildert Sebastian Johnen.

Im Vorjahr habe die Stadt es bei mündlichen Verwarnungen belassen. „In diesem Jahr verfolgen wir bei Lärm eine Null-Toleranz-Politik“. Sei die Musik nach einer ersten mündlichen Verwarnung weiter zu laut, werde das Musikgerät sichergestellt. „Öfters kommen Menschen montags oder dienstags zu uns, um die Box wieder auszulösen“, berichtet Johnen. Neben 20 Euro Sicherstellungsgebühr werde ein Verwarnungsgeld ab 30 Euro oder sogar ein Bußgeld fällig. Drogenabhängige, die vom Ordnungsdienst beim Joint-Rauchen ertappt werden, müssen mit Anzeigen rechnen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung