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Security-Einsatz vor Bürgermeister-Büro in Grevenbroich

Sicherheit im Rathaus ion Grevenbroich : Nach Bedrohungen wird das Bürgermeister-Büro gesichert

Zweimal beschimpften Besucher die Mitarbeiterinnen.

Besucher des Alten Rathauses in Grevenbroich werden jetzt kritisch beäugt. Im Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes wurde vor gut einer Woche ein Security-Mann postiert, der den Eingangsbereich des Bürgermeister-Büros im Auge hält. Das macht er nicht ohne Grund: In den vergangenen Tagen soll es im Vorzimmer des Verwaltungschefs wiederholt zu Beschimpfungen und Bedrohungen des Personals gekommen sein.

In zwei Fällen hätten „psychisch auffällige Personen“ das Vorzimmer seines Büros betreten, um ihn sprechen zu wollen, schildert Bürgermeister Klaus Krützen. Den Hinweis seiner Mitarbeiterinnen, dass er außer Haus sei, hätten die Besucher nicht akzeptieren wollen – sie seien zunächst sehr laut geworden, dann sei es zu verbalen Angriffen den beiden Mitarbeiterinnen gegenüber gekommen. „Die Kolleginnen haben sich massiv bedroht gefühlt“, schildert Krützen. Zu deren Schutz sei ein Security-Mann abgestellt worden.

Der Gang zum Grevenbroicher Bürgermeister fällt leicht: Das Alte Rathaus ist zu den Geschäftszeiten für jeden offen. Auf der ersten Etage ist das Vorzimmer zwar mit großen Glastüren vom Treppenhaus abgetrennt, aber auch die sind nicht verschlossen. „Das ist auch gut so, denn ich will mich nicht verschanzen“, sagt Krützen, der auf die Nähe zum Bürger setze. Nach den jüngsten Vorfällen wird es in Kürze aber zu „baulichen Veränderungen“ auf der Chef-Etage des Verwaltungsgebäudes kommen.

Grund für die Randale sind
oft abgelehnte Leistungen

Die Überlegung, das Vorzimmer sicherer zu machen, sei nicht neu. Denn Vorfälle, wie sie sich vor den Karnevalstagen ereigneten, kämen immer wieder vor. „Aus diesem Grund werden künftig auch andere Maßnahmen ergriffen“, betont Krützen. Es würden etwa konsequent Hausverbote ausgesprochen, wenn es zu Beschimpfungen und Bedrohungen komme.

Die Gründe für die Randale seien unterschiedlich, meist würde es um (nicht gewährte) finanzielle Leistungen im Sozial- oder Jugendbereich gehen. „In ihrer Wut wollen die Betroffenen sofort mit dem Bürgermeister sprechen – gelingt das nicht, werden sie ausfallend und fordernd“, sagt Krützen. Er sei bereit, mit jedem, der ihn sprechen wolle, einen Termin zu vereinbaren – „aber im vernünftigen Rahmen“.

Nicht nur im Bürgermeister-, sondern auch im nebenan liegenden Bürgerbüro ist es bereits zu Zwischenfällen gekommen. So stellte die Polizei vor etwa zwei Jahren einen Mann, der zuvor städtische Mitarbeiter übel angepöbelt hatte. Nach seiner Festnahme wurde der drogenabhängige Mann in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen.