Rat in Grevenbroich macht Weg frei für gemeinsame Sportanlage für Neurath und Frimmersdorf

Sportanlagen in Grevenbroich : Grevenbroicher Rat gibt grünes Licht für Sportanlage in Neurath

Vor der Abstimmung gab es Kritik an Bürgermeister Krützen.

Eine „breite Mehrheit“ wünschte sich SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Schließlich gab der Rat mit 27 Ja-Stimmen von SPD, UWG, FDP, Grünen und Die Linke bei 14 Nein-Stimmen aus der CDU und drei Enthaltungen den Weg für die Teilnahme am Bundesförderprogramm zum Bau der Sportanlage Neurath/Frimmersdorf frei. Neben 1,4 Millionen Euro Zuschüssen muss die Stadt knapp 1,8 Millionen tragen. Vor der Abstimmung musste sich Bürgermeister Klaus Krützen – begleitet von Musik vom Feierabendmarkt vor dem Bernardussaal – reichlich Kritik aus der Politik anhören. Die Diskussion verfolgten rund 20 Neurather auf den Zuschauerplätzen.

CDU findet die Investition
für das Projekt zu hoch

Die CDU sieht das Projekt kritisch: „Wir sollen eine Entscheidung treffen, ohne Kenntnis über die für alle anderen Sportstätten benötigten Mittel zu haben“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser. Die Ergebnisse der Sportstätten-Bereisung samt Kostenaufstellung würden noch nicht komplett vorliegen. „Fast alle Sportstätten befinden sich in einem schlechten Zustand.“ Die CDU sehe die Notwendigkeit für eine Sportanlage in Neurath, die Investition sei aber „zu hoch angesetzt“, so Kaiser. UWG-Fraktionsvorsitzender Carl Windler wies auf frühere Sparappelle aus dem Rathaus hin. „Und dann kommen die Bürgermeister ins Spiel, die für eine Wiederwahl antreten. Plötzlich sind Fördermittel da“, sagte Windler.

Steffen Büttgenbach (FDP) blickte auf die Antragstellung für das Förderprogramm 2018 zurück, sah „die politische Partizipation“ nicht ausreichend gegeben. Zwar sei die Frist von vier Wochen knapp gewesen, doch für solch eine Investition hätte man eine Sondersitzung einberufen können – „Sommerpause hin oder her.“ Krützen entgegnete, dass mit dem Antrag der Stadt damals keine Entscheidung des Rates zum Projekt gefallen sei. Martina Suermann (Mein Grevenbroich) kündigte Stimmenthaltung ihrer Fraktion an, „Wir möchten ein ganzheitliches Konzept für den Sport, punktuellen Maßnahmen stimmen wir nicht zu.“

Von einer „gewaltigen Chance“ sprach Horst Gerbrand (SPD). „Der Süden der Stadt steht vor gewaltigen Strukturbrüchen, da ist der Rat in der Pflicht, hier etwas zu tun“, sagte er mit Blick auf den Strukturwandel. Daniel Rinkert, SPD-Politiker und Vorsitzender der SG Frimmersdorf/Neurath, hatte sich für die Zuschüsse in Berlin stark gemacht. Nicht durchsetzen konnte sich die FDP mit ihrer Forderung, in dem Ratsbeschluss auch eine „angemessene Eigenbeteiligung der beiden Fußballvereine“ einzufordern.

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