Politik in Grevenbroich: Mülldetektive sollen Umweltsünder finden

Antrag an die Verwaltung : Fraktion fordert Mülldetektive

„Mein Grevenbroich“ will Umweltsünder aufspüren und ordentlich zur Kasse bitten.

Die Ratsfraktion von „Mein Grevenbroich“ sagt Umweltsündern den Kampf an. Sie fordert, dass Mülldetektive eingesetzt werden, die bei wilden Müllkippen nach Hinweisen auf Verursacher suchen. In einem nächsten Schritt sollen diese dann mit hohen Bußgeldern zur Kasse gebeten werden.

Müllansammlungen in der Stadt, in Naherholungsgebieten, in Parks und Grünanlagen kämen häufig vor, sagt Fraktionsvorsitzende Martina Suermann-Igné. Auch weggeworfene Zigarettenkippen seien ein Problem, da dadurch das Grundwasser belastet werde. Eine korrekte Müllentsorgung müsse nachgehalten werden, teilt die Fraktion in einem Antrag an den Rat mit: „Das Image einer Stadt wird auch durch die Sauberkeit und den Pflegezustand geprägt.“

Es sei wichtig, die Verursacher ausfindig zu machen, damit nicht die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen bleibe. „Die Entsorgung finanzieren alle Bürger mit ihrer Abgabe“, sagt Suermann-Igné. „Es darf nicht sein, dass Einige Geld sparen wollen, nicht zur Kippe fahren und dann alle Bürger zahlen müssen.“

Den Job der Mülldetektive übernehmen könnten zum Beispiel Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) in der Innenstadt oder Angestellte der Stadtbetriebe in Grünflächen und Parkflächen. Ob diese Kräfte ausreichen, sei jedoch fraglich. „Es muss geprüft werden, ob zusätzliches Personal möglich ist“, fordert Suermann-Igné. „Ich gehe davon aus.“

Für die Umsetzung könnte die Verwaltung ihren Blick auf andere Kommunen richten. In Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach sind bereits Mülldetektive im Einsatz. „Man kann sehen, wie erfolgreich das Konzept in anderen Städten bereits ist“, sagt Suermann-Igné. Es sei zudem möglich, dass die Stadt Grevenbroich von den Erfahrungen der anderen Kommunen lernen könne. Die Fraktionsvorsitzende von „Mein Grevenbroich“ schlägt vor, dass sich die Verwaltung bis zur nächsten Ratssitzung im März mit Kollegen aus anderen Städten zusammensetzt. So könnten die Kosten und der Personalaufwand besser abgeschätzt werden.

Suermann-Igné strebt darüber hinaus an, dass die Strafen für Umweltsünder erhöht werden. „Wir sollten bis an die Schmerzgrenze gehen“, sagt sie. „Nur wenn es teuer ist, kann ein Lerneffekt eintreten.“ Ein Verstoß gegen den Umweltschutz müsse spürbar sein, denn Aufklärungsarbeit reiche nicht aus, um wilde Müllansammlungen dauerhaft aus dem Stadtbild zu entfernen. Wie hoch die neuen Bußgelder sein sollten, kann die Fraktionsvorsitzende noch nicht genau sagen. „Die Verwaltung muss prüfen, was rechtlich machbar ist“, sagt sie. Auch in diesem Punkt könnte die Verwaltung von anderen Städten und Gemeinden lernen.

Werden Umweltsünder überführt, drohen bislang Bußgelder zwischen zehn und 5000 Euro – je nach Umfang und Entsorgungsaufwand. Die Stadt versucht, auch bei kleineren Mengen von Müll Hinweise auf den Verursacher zu finden. Die Zahl der entlarvten Umweltsünder ist noch gering.

(jlu)