Grevenbroich : Ab Sonntag rollen die neuen Züge

Der RE 8 und die RB 27 tauschen den Linienweg, die Triebwagen werden erneuert.

Der neue Fahrplan ab Sonntag, 15. Dezember, bringt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr die umfangreichsten Fahrplanänderungen seit Jahren – auch für Grevenbroicher Fahrgäste ändert sich zum Fahrplanwechsel einiges. Der Regionalexpress (RE) 8 und die Regionalbahn (RB) 27 tauschen ihre Strecken. Auf beiden Verbindungen der Deutschen Bahn zwischen Koblenz, Köln, Grevenbroich und Mönchengladbach können sich die Fahrgäste auf neue oder modernisierte Fahrzeuge freuen.

Nicht alles wird mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag besser. Fahrgäste der Regionalbahn 39 (Bedburg – Grevenbroich – Neuss/Düsseldorf) müssen vier Monate mit Einschränkungen leben. Wie das Verkehrsunternehmen Vias berichtet, verkehrt die RB 39 bis zum 18. April 2020 nicht zwischen Neuss Hauptbahnhof und Düsseldorf, bislang fährt ein Teil der Züge bis in die Landeshauptstadt.

In Düsseldorf-Bilk stehen nur
vier Gleise zur Verfügung

Der Grund für die Änderung: Wegen des Ausbaus des Bahnhofs in Düsseldorf-Bilk stehen dort nur zwei der vier Gleise zur Verfügung – ein Nadelöhr mit Folgen auf vielen Linien. Nur in den Nachtstunden könnten laut Vias „einzelne Züge“ der RB 39 über Neuss hinaus bis Düsseldorf Hauptbahnhof rollen. Tagsüber sollen Fahrgäste in Neuss in Züge der Linien RE 4, RE 13, S 8 und S 11 umsteigen. Allerdings endet auch auf der S 11 ein Teil der Züge baustellenbedingt in Neuss.

Anfang November hatten die Grevenbroicher Grünen kritisiert, dass der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr die Fahrgäste über die Einschränkungen früher hätte informieren sollen. Seit Jahren fordern Politiker mehrerer Ratsfraktionen zudem, dass auf der RB 39 mehr Züge bis Düsseldorf fahren, damit die Pendler nicht umsteigen müssen. Umstellen müssen sich ab Sonntag, wie der VRR informiert, auch Fahrgäste in Fahrtrichtung Köln und Mönchengladbach: Die RB 27 und die RE 8, beide verkehren tagsüber stündlich, tauschen ihre Linienwege und Abfahrtszeiten.

Die RB 27 fährt somit nicht mehr über Köln-Porz und hält nun, statt des RE 8, im Flughafen Köln/Bonn. Der Streckentausch steht im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Liniennetzes im stark frequentierten „Kölner Knoten“. Die Regionalbahn 27 bildet künftig das Grundangebot auf der elektrifizierten Strecke „und verkehrt über Rommerskirchen hinaus nach Mönchengladbach Hauptbahnhof nun täglich bis in die Nachtstunden“, erläutert der Verkehrsverbund. Der RE 8, der ab Sonntag statt der RB 27 in Porz hält, rollt dagegen nur montags bis samstags bis Mönchengladbach durch. Sonn- und feiertags sowie abends endet diese Linie bereits in Rommerskirchen. Eine Verbesserung im Angebot: „Abends und am Wochenende werden im Vergleich zur bisherigen RB 27 mehr Fahrten angeboten“, teilt der Verkehrsverbund mit.

Modernisierte Wagen
erhalten Videoüberwachung

Mit dem Fahrplanwechsel halten aber auch neue Fahrzeuge im Bahnhof Grevenbroich. „Auf den RE 8 kommen Triebwagen vom Typ Coradia Continental zum Einsatz“, erklärt VRR-Sprecher Dino Niemann. Ähnliche Fahrzeuge dieses Typs rollen bereits auf der S-Bahn-Linie 8 durch Korschenbroich, Kaarst und Neuss.

Laut Verkehrsverbund Rhein-Ruhr verfügen die neuen Züge über breite Gänge und einem stufenlosen Durchgang zwischen der ersten und letzten Tür. Auf der RB 27 werden „re-designte Triebwagen vom Typ 425 fahren“, sagt Dino Niemann. Die modernisierten Wagen erhalten, wie der VRR angekündigt hat, Videoüberwachung. Zudem sollen neue Sitzpolster und Steckdosen für mehr Komfort sorgen. Auf der RB 39 werden bereits seit zwei Jahren neue Dieseltriebwagen vom Typ Lint eingesetzt.