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Netzwerk für Senioren: Niemand soll allein sein

Netzwerk für Senioren: Niemand soll allein sein

Verwaltung soll Hilfs- und Freizeitmöglichkeiten für ältere Menschen auflisten, um Lücken im Angebot aufzuzeigen.

Grevenbroich. Einen Entwicklungsplan für Senioren hat der Sozialausschuss am Donnerstagabend beschlossen. Dazu soll die Stadtverwaltung in einem ersten Schritt alle derzeitigen Hilfs- und Freizeitangebote für ältere Mitbürger auflisten. Aufschlüsse für die Zukunftsplanung erwarten die Politiker vom Demografiebericht für die Stadt, der derzeit in Arbeit ist. Die ersten Daten sollen nach der Sommerpause vorliegen, sagte Sozialdezernent Claus Ropertz.

Von diesen Ergebnissen erhoffen sich die Politiker Aufschluss darüber, welche Angebote fehlen und wo in den nächsten Jahren mit steigender Nachfrage gerechnet werden kann.

Schon jetzt haben sich ältere Bürger zusammengeschlossen, um gemeinsam die Freizeit zu verbringen und sich bei Problemen gegenseitig zu unterstützen.

Im vorigen Herbst gründete sich in der Stadt auf Anregung der evangelischen Kirchengemeinde ein Senioren-Netzwerk, das Pfarrerin Monika Ruge den Politikern vorstellte. Die Idee geht zurück auf einen Aktionstag für ältere Menschen 2009. Zwei Jahre später machte die Pfarrerin den ersten Schritt zu einem dauerhaften Seniorentreff.

Den Anfang machte ein Aufruf an die Gemeindemitglieder zwischen 58 und 65 Jahren - über 600 Personen. Mehr als 50 davon kamen zu ersten Treffen im Oktober. „Seither ist viel in Bewegung“, berichtet Monika Ruge begeistert. Zunächst ging es darum, welche gemeinsamen Aktivitäten die Teilnehmer wünschen.

Unter anderem fanden sich Gruppen zum Radfahren, Tanzen, Gesprächskreise, Singen, für Theaterbesuche und eigenes Theaterspiel, außerdem gibt es regelmäßige Frühstückstreffen. Inzwischen hat das Netzwerk weiteren Zuspruch gefunden. Inzwischen zählt es mehr als 120 Aktive in zwölf Gruppen.

In einem weiteren Schritt werden unterstützende Angebote organisiert. „Das Netzwerk soll die Leute auch dann noch tragen, wenn sie gebrechlich werden und die Kinder weiter weg wohnen“, erläutert Ruge. Das Netzwerk versteht sie als offenes Angebot, in dem auch Gemeindefremde willkommen sind.

Derartige Anlaufstellen sind auch nach Ansicht der Seniorenbeirats-Vorsitzenden Helga Weiß ein absolutes Muss: „Gerade alte Menschen drohen zu vereinsamen, weil ihnen niemand zuhört“, so ihre Erfahrung.

Ihre Vision: In den Stadtteilen sollen zentrale Anlaufstellen für Senioren eingerichtet werden, Begleitung bei Arztbesuchen und Hilfe beim Haushalt organisieren. Doch bisher ist der Plan an fehlenden Geldmitteln gescheitert.