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Kneipenfestival: Coverbands gaben den Ton an

Kneipenfestival: Coverbands gaben den Ton an

Gute Stimmung bei Grevenbroich live: Neun Bands rockten in neun Kneipen.

Grevenbroich. „There is a house in New Orleans“ — wenn Jürgen Freier den Blues-Klassiker ins Mikro röhrt, kommt Stimmung auf in Haus Portz. Der Sänger ist mit seiner Band „Dritter Freier“ Opener des musikalischen Kneipenfestivals „Grevenbroich live“. Noch bis in die frühen Morgenstunden wird in der Innenstadt gerockt, was das Zeug hält. Neun Bands in neun Kneipen, so lautet das Konzept der Bandnacht, die am Samstagabend die Stadt zur Live-Bühne machte.

Die Gruppen spielten zeitversetzt, damit die Besucher auf ihrer musikalischen Kneipentour möglichst viele Bands zu hören bekamen. Als „Dritter Freier“ in Haus Portz ihr Equipment abbauten, griffen ihre Musikerkollegen „Migenda & Support“ in der Ratsstube noch kräftig in die Saiten, während sich im Queens Pub die Musiker von „Sweetlife“ gerade mal frisch für den Abend machten. Wer wollte, hatte Gelegenheit, über sechs Stunden Live-Musik zu hören — von Hardrock bis zu lateinamerikanischen Rhythmen. Wie gut, dass die Besucher anschließend dank Zeitumstellung extra lang ausschlafen konnten.

Zum dritten Mal waren die „Teletunes“ dabei. Die Viersener Country-Folk-Combo stand wie in den Vorjahren im gut gefüllten Café Kultus auf der Bühne und spielte handgemachte Musik vom Niederrhein. Mit einem Unterschied: Anstelle von Bassist Hans Fochem sprang sein Kollege Dennis ein. Frontmann Jost Kemmerling: „Hans liegt im Krankenhaus und geht morgen ohne Blinddarm wieder nach Hause.“ Die Teletunes brachten auch in der aktuellen Besetzung Klänge in gewohnter Qualität zu Gehör — übrigens ausschließlich eigene Stücke.

Mit einer Setlist voller Eigenkompositionen waren sie allerdings die Ausnahme. Das Gros der Bands setzte auf Coverversionen zum Mitsingen. So auch „Stereo-Box“ im Bistro Telegraaf auf dem Bahnhofsvorplatz. Das Duo mit Kiki Voss (Gesang, Akustik-Gitarre) und Uwe Penning (Stage Piano) spielte vom ersten Takt an vor vollem Haus. Kein Durchkommen auch im Anno II 006, wo die Grevenbroicher Lokalmatadore „Secret Flame“ gediegene Rock-Klassiker à la „Proud Mary“ zum Besten geben.

In der Ratsstube mache sich die Ferienzeit bemerkbar, sagte Uli Vogt, der sich mit seinem Lokal seit Beginn der Veranstaltungsreihe an der Nacht beteiligt: „Die hohen Besucherzahlen vom Vorjahr werden wir diesmal kaum erreichen. Aber trotzdem ist hier eine Superstimmung.“