Hoffnung für Wellpappe-Fabrik

Hoffnung für Wellpappe-Fabrik

Die Firma Degenhardt setzt auf die Sanierung.

Kapellen. Für die 55 Mitarbeiter des insolventen Wellpappeherstellers Degenhardt in Kapellen gibt es neue Hoffnung. Nach Angaben der Firmenleitung ist der vorläufige Insolvenzverwalter zuversichtlich, dass das Unternehmen saniert werden kann. Die Firma war nach einem gescheiterten Umzug in den Kreis Düren in eine finanzielle Schieflage geraten.

Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen große Pläne. Der Standort Grevenbroich sollte dicht gemacht werden, in Inden bei Düren wollte der damalige Geschäftsführer Dennis Degenhardt unter, wie er damals erklärte, „hochmodernen Voraussetzungen“ neu starten. Der Umzug kam jedoch nicht zustande, stattdessen wurde in Grevenbroich weitergearbeitet. Dennis Degenhardt wurde inzwischen von seiner Schwester Nadine Degenhardt-Lill abgelöst.

Sie musste Anfang September einen Insolvenzantrag stellen. „Ein unerwartet starker Auftragsrückgang im August, der insbesondere auf den Verlust von zwei Großkunden zurückzuführen ist, hat das Traditionsunternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht“, so die neue Geschäftsführerin. „Es war daher meine Pflicht, einen Sanierungsprozess durch Anmeldung der Zahlungsunfähigkeit einzuleiten.“ Auch der gescheiterte Umzug habe zu den Finanzproblemen beigetragen, erklärte sie .

Jetzt jedoch gibt es offenbar einen Silberstreif am Horizont. Die insgesamt 55 Mitarbeiter des Unternehmens können auf eine Rettung der Firma hoffen. „Da der Insolvenz-Antrag rechtzeitig gestellt wurde und einzelne Sanierungsmaßnahmen bereits erkennbar sind, können in den kommenden Wochen Gespräche mit den wesentlichen Vertragspartnern beginnen“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Niering.

Er ist aus Sicht der Firmenleitung guter Dinge, das Unternehmen retten zu können. „Wir haben den Lieferanten und Spediteuren Zahlungszusagen erteilen können, so dass der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten bleiben kann“, so Geschäftsführerin Nadine Degenhardt-Lill. Auch die Löhne seien gesichert.

Das Familienunternehmen wird am Standort Kapellen bereits in dritter Generation geführt. Degenhardt produziert Wellpappe, Pappkartons und Papiertüten. Alle Produkte können maßgefertigt werden. Zu den Kunden gehören neben Herstellern aus der Wellpappen-Branche auch die Automobil-, Möbel- und Pharmaindustrie.

Gegründet wurde die Firma vor 58 Jahren von Günther Degenhardt in Düren. Ein Jahr später wurde der Firmensitz nach Kapellen verlagert. Beheimatet ist das Unternehmen an der Industriestraße. Dort hofft man nun, dass die Zukunft gesichert werden kann.