Großfahndung nach Schlägerei vor Flüchtlingsheim in Grevenbroich

Im Bahnhofsviertel von Grevenbroich : Massen-Schlägerei vor Asylbewerberheim

Etwa 30 bis 35 Personen waren beteiligt. Bürgermeister Krützen warnt vor Hysterie.

Nach dem Großeinsatz vor dem Asylbewerberheim im Alten Finanzamt ermittelt die Polizei. Die Hintergründe der Auseinandersetzung waren auch am Sonntag noch unklar. Gegen 20.20 Uhr war es am Freitag vor dem ehemaligen Finanzamt zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen. „Etwa 30 bis 35 Personen waren daran beteiligt, darunter auch Bewohner des Asylbewerberheims“, sagte Einsatzleiter Daniel Strucker von der Grevenbroicher Polizeiwache.

Nach Auskunft der Polizei hatte eine Gruppe mit etwa 20 Menschen eine etwa zehnköpfige Gruppe attackiert. Dabei sollen nach bisherigem Ermittlungsstand mehrere Schüsse – nicht gezielt, sondern in die Luft – abgegeben und Schlagwerkzeuge eingesetzt worden sein. Zu Schussverletzungen kam es laut Polizei, die keine Patronenhülsen fand, nicht.

Als sie mit starkem Aufgebot am Platz der Deutschen Einheit anrückte, war eine der Gruppen bereits in Richtung Bahnhof geflüchtet. Beteiligte Bewohner des Flüchtlingsheims wurden zur Sachlage befragt. Laut Strucker sind Ermittlungsansätze vorhanden, „wir haben detaillierte Personenbeschreibungen vorliegen“. Nähere Angaben können zurzeit nicht gemacht werden. Unklar ist etwa, ob es sich um ein zufälliges Aufeinandertreffen oder eine Verabredung handelt. Nach bisherigen Polizeierkenntnissen liegt kein Staatsschutz-Delikt vor.

Bei den beiden Verletzten handelt es sich um Männer mit Migrationshintergrund, einer wohnt im Aysylbewerberheim. Ein Verletzter musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Tatort war nach der Schlägerei weiträumig abgesperrt worden. Zudem wurden Häuser und Geschäfte im Bahnhofsviertel durchsucht. Die Polizei fuhr in der Nacht verstärkt Streife. Weil die Einsatzkräfte zunächst von einem Massenanfall an Verletzten ausgegangen waren, rückten zahlreiche Rettungsdienstfahrzeuge an.

Dezernent Ropertz hat
das Heim am Samstag besucht

Im Einsatz war auch der Ordnungs- und Servicedienst der Stadt. Dezernent Claus Ropertz war am Samstag im Aysylbewerberheim, in dem rund 110 Menschen vieler Nationalitäten leben. „Es war ruhig und friedlich“, sagte Ropertz. „Wir werden abwarten, welche Hintergründe die Auseinandersetzung hat – und dann schnell reagieren“, erklärte Bürgermeister Klaus Krützen am Wochenende. „Wir werden den öffentlichen Raum nicht preisgeben.“ Er warnte vor Hysterie und Panikmache: „Wir stehen vor Herausforderungen im Bahnhofsviertel, denen wir uns stellen – wie schon bisher.“

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