Grüne wollen Büroflächen reduzieren Stadtverwaltung kann Mitarbeiter nicht zur Arbeit im Homeoffice zwingen

Grevenbroich · Werden wirklich alle Büros im Rathaus und in dessen Außenstellen gebraucht? Die Grünen regen an, auf moderne Arbeitsformen umzusteigen – und auf 20 Prozent der Büroflächen zu verzichten. Warum die Stadt dabei vorerst auf die Bremse tritt.

Die Stadt hat keine Handhabe, Mitarbeiter etwa zur Arbeit im Homeoffice zu verpflichten.

Die Stadt hat keine Handhabe, Mitarbeiter etwa zur Arbeit im Homeoffice zu verpflichten.

Foto: dpa/Finn Winkler

(cka) Die Mitglieder des Hauptausschusses beschäftigen sich kommende Woche Donnerstag in ihrer Sitzung (18.30 Uhr, Bernardussaal) tiefergehend mit einem Antrag der Grevenbroicher Grünen, nach dem jedes fünfte Büro städtischer Mitarbeiter im Rathaus beziehungsweise in Außenstellen der Verwaltung geschlossen werden soll. Die Zahl der Büros soll folglich im Laufe der kommenden Jahre um 20 Prozent reduziert und entsprechende Miet- und Betriebskosten sollen gespart werden. Mögliche Alternativen aus Sicht der Grünen: moderne Arbeitsformen wie etwa „Shared Desks“, also Schreibtische, die sich mehrere Mitarbeiter je nach Anwesenheit teilen, sowie mehr Homeoffice.

Besonders in den Fokus nimmt die Fraktion um ihren Vorsitzenden Peter Gehrmann Außenstellen der Verwaltung – Dependancen, die unter anderem vom Jugendbereich genutzt werden. Eine Entscheidung über die Schließung von Büros wird es in der anstehenden Sitzung des Hauptausschusses allerdings nicht geben: Die Stadtverwaltung hat statt einer Beschlussvorlage eine Mitteilung zur Kenntnisnahme vorgelegt. Demnach ist der Fachbereich Jugend sowohl im neuen Rathaus als auch in drei Außenstellen vertreten. Eine Außenstelle befindet sich an der Montzstraße, eine weitere im ehemaligen Finanzamt und noch eine in der Alten Feuerwache.

Laut Verwaltung wird an der Montzstraße bereits ein „Desk-Sharing“-Projekt umgesetzt – mit Erfolg: In den Büros gibt es nur neun Arbeitsplätze für zwölf Mitarbeiter. Das Konzept sei mit allen Mitarbeitern abgestimmt und einvernehmlich vereinbart worden. Zur Lage im neuen Rathaus schreibt die Verwaltung, dass dort schon jetzt ein Mangel an Räumen herrsche. „Dies liegt darin begründet, dass in vielen Bereichen durch anhaltende Erweiterung der Aufgaben oder steigende Fallzahlen zunehmend mehr Personal vorgehalten werden musste und muss“, heißt es.

Die flächendeckende Einführung des „Desk Sharings“ bedinge eines Kulturwandels, der nur gemeinsam mit allen Mitarbeitern erfolgreich gelebt werden könne: „Es besteht keine Handhabe, Mitarbeitende zur Inanspruchnahme der Möglichkeiten der mobilen Arbeit/des Homeoffice zu verpflichten.“ Soll heißen: Selbst wenn die Stadt wollte, könnte sie ihre Mitarbeiter nicht ins Homeoffice „verbannen“, um Büros zu sparen.

Trotzdem sei derzeit ein Konzept in Arbeit, nach dem die Dependance des Jugendbereichs im alten Finanzamt zum Jahresende aufgegeben werden soll. Die Mitarbeiter sollen dann ins neue Rathaus umziehen. Die Verwaltung weist allerdings darauf hin, dass dann mehr Mitarbeiter unterzubringen als Plätze vorhanden sind. Die Folge könnte ein ähnliches Raumkonzept sein wie das, das bereits erfolgreich an der Montzstraße praktiziert wird.

Die Aufgabe weiterere Dependancen, so die Verwaltung, sei an ein umfassendes „New-Work“-Konzept gebunden, an dem parallel gearbeitet werde. Dabei könnten auch ein Rathaus-Umbau oder gar ein Neubau des Rathauses Thema werden. Die Stadt will aber keine zeitlichen Prognosen abgeben.

(cka)
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