Grevenbroich: SPD will Radverkehr und ÖPNV stärken

Vorschläge für den neuen Verkehrsentwicklungsplan in Grevenbroich : SPD: Radverkehr und ÖPNV stärken

Die Fraktion denkt unter anderem an S-Bahn-Ausbau, Fahrrad-Schnellwege und Car-Sharing.

Weil der letzte im Jahr 2003 vom Rat verabschiedet wurde und mittlerweile auf veralteten Daten basiert, arbeitet die Stadt an einem neuen Verkehrsentwicklungsplan (VEP). Technischer Beigeordneter Florian Herpel bezeichnete ihn als „wichtiges Instrument für die Verkehrsplanung“.

250 000 Euro sind für die Erstellung bis zum Jahr 2021 vorgesehen. „Die ersten Gespräche sind geführt worden“, erklärt Stadtsprecherin Claudia Leppert. Für den VEP wird eine Bestandsaufnahme der Verkehrssituation gemacht. Zudem soll der Plan Prognosen für die Zukunft geben und Maßnahmen nennen, für die aber Beschlüsse der Ratsgremien nötig sind. In den Blick genommen werden sowohl Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr als auch Bus und Bahn.

Bis zur politischen Sommerpause will die SPD zusätzliche Ideen für den neuen Verkehrsentwicklungsplan liefern. „Wir lassen uns von Experten beraten und werden in den nächsten Wochen einen umfassenden Antrag zur Mobilität in Grevenbroich entwickeln“, kündigt Fraktionsgeschäftsführer Daniel Rinkert an. In dem Positionspapier sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sowohl der Rad- als auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt gestärkt werden können.

„Bei der Diskussion um neue Baugebiete – sei es in Wevelinghoven oder in Hemmerden – stellen wir immer häufiger fest, dass der damit zusammenhängende Autoverkehr für die Bürger eine sehr große Rolle spielt“, sagt Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Der SPD-Arbeitskreis „Nahmobilität“ sammle derzeit Vorschläge, die in den Verkehrsentwicklungsplan einfließen sollen.

Arbeitskreis nimmt alternative Projekte unter die Lupe

„Uns ist es wichtig, den Autoverkehr in Grevenbroich zu minimieren“, sagt Gerbrand. „In diesem Zusammenhang muss über einen stadtweiten Ausbau des Radwege-Netzes – etwa durch Fahrrad-Schnellwege – nachgedacht werden.“ Zugleich gelte es, den ÖPNV zu optimieren. Ziel: Busverbindungen in allen Stadtteilen und eine möglichst optimale Verknüpfung mit den Abfahrtzeiten der Bahn. „Im Rahmen des Strukturwandels wird die Verbesserung der Infrastruktur eine große Rolle spielen“, betont Gerbrand. „Das bietet nicht nur große Chancen für den Auto-, sondern auch für den Fahrradverkehr.“

Und nicht nur das: Auch ein S-Bahn-Knotenpunkt in Grevenbroich könnte realisiert werden. Die Mitglieder des Arbeitskreises seien in Gesprächen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen und weiteren Akteuren. „Wir suchen das Gespräch mit Experten, um uns bis zum Sommer zu positionieren“, so Rinkert. „Gelingt ein optimales Angebot für Radfahrer und ein attraktiver ÖPNV wird sich für den einen oder anderen die klassische Bindung an das Auto relativieren.“

Bei dieser Gelegenheit nimmt der Arbeitskreis auch alternative Projekte unter die Lupe. Etwa ein Car-Sharing-Konzept, wie es die Volkswagen-Tochter Moia mit einem Elektro-Fahrzeug für die Bildung von Fahrgemeinschaften vorgestellt hat. „Es wäre nicht schlecht, wenn wir einen solchen Prototypen als Projekt auch einmal nach Grevenbroich holen könnten“, meint Daniel Rinkert.

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