Grevenbroich: Polizei löst Sitzblockaden auf und trägt 150 Kohle-Gegner weg

Klima-Proteste am Tagebau Garzweiler : 150 Braunkohle-Gegner bilden Sitzblockaden

Die Polizei löste die Blockaden am Tagebau Garzweiler auf, zu Gewalt kam es nicht.

Klimaaktivisten haben am Tagebau Garzweiler gegen die Energiegewinnung aus Braunkohle demonstriert und den Betriebsablauf bei RWE gestört. Die Sitzblockaden an fünf Stellen – darunter an der Nordsüdbahn und dem Skywalk – wurden von der Polizei am Samstagnachmittag aufgelöst, die etwa 150 Demonstranten weggetragen. „Insgesamt verhielten sich alle Blockierer friedlich“, bilanzierte die Polizei am Sonntag.

Vor dem Hintergrund des zehnten Klimacamps im Rheinischen Revier hatte die Aktionsgruppe „Kohle ersetzen“ ab Samstagmittag mehrere Sitzblockaden eingerichtet. Eine angemeldete Mahnwache in Frimmersdorf, die auf Verlangen der Polizei vom RWE-Betriebsgelände in den kleinen Park an der Erftstraße in der Ortsmitte verlegt worden war, war unter anderem Anlaufstelle für die vier Gruppen, die sich für Aktionen auf dem RWE-Betriebsgelände entschieden hatte.

Stets unter Kontrolle von Polizeibeamten, die in ihrer Zahl denen der Demonstranten in nichts nachstand, hatten die Klimaaktivisten die Betriebsstraßen und Gleisanlagen im Visier. Zum Teil gehässige und böse Kommentare bekamen die Teilnehmer der Mahnwache von Passanten zu hören – und die Bitte des Ortsvorstehers, man möge den Park wegen des anstehenden Schützenfestes pfleglich behandeln.

„Gewalt und Zerstörung ist nicht unser Ding“, versicherte Britta Kox aus Berverath, die für die Mahnwache verantwortlich zeichnete. „Alle Dörfer bleiben“, „Raus aus der Kohle, rein ins Vergnügen“ und „Rettet Hambi“ waren Forderungen, die nicht nur auf Zustimmung stießen. Gewalt und Zerstörung lagen auch den Demonstranten an den einzelnen Aktionspunkten fern. „Unser Ziel war es, die Betriebsabläufe bei RWE zu stören und zum Erliegen zu bringen“, erklärte Mira Jäger von „Kohle ersetzen“. Dieses Ziel sei erreicht worden, insofern seien die Aktionen erfolgreich gewesen.

RWE stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs, weil zwei Blockaden auf dem Betriebsgelände des Energiekonzerns eingerichtet wurden. Die Polizei ermittelt darüber hinaus wegen des Verdachts der Nötigung. Die Personalien aller Demonstranten wurden aufgenommen, 20 von ihnen wurden zur Feststellung ihrer Identität vorübergehend in Gewahrsam genommen.

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