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Grevenbroich: Politiker planen Gegen-Demo zu "Spaziergängern"

Am Montag vor dem Rathaus in Grevenbroich : Gegen-Demo zu den „Spaziergängern“

(wilp) Die demokratischen Fraktionen, Parteien und Wählergemeinschaften aus Grevenbroich planen eine gemeinsame Aktion auf dem Marktplatz. Vor dem Alten Rathaus wollen sie am Montag, 24. Januar, 18 Uhr, der Corona-Opfer gedenken und gleichzeitig für solidarisches Handeln werben.

Der Termin wurde bewusst gewählt: Er findet parallel zu den „Montags-Spaziergängen“ statt, zu denen sich seit einigen Wochen bis zu rund 80 Menschen im Stadtzentrum treffen. „Unsere Aktion ist ein Appell an die Grevenbroicher Gesellschaft, sich ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl zu stellen“, heißt es in einem gemeinsam von SPD, CDU, Grünen, FDP, Mein Grevenbroich, UWG und Linken verabschiedeten Aufruf. Gleichzeitig soll „ein klares Zeichen für Vernunft und gegen Gewalt und Verschwörungs-Ideologien“ gesetzt werden. Nach einer Ansprache von Bürgermeister Klaus Krützen wollen die Politiker am Rathaus ein Blumengebinde für die Opfer der Pandemie niederlegen und eine Kerze für jeden Corona-Toten aus Grevenbroich anzünden.

„Wir hoffen darauf, mit dem einen oder anderen ,Spaziergänger‘ ins Gespräch zu kommen, um sich auf der Sachebene auszutauschen“, sagt Ratsfrau Martina Suermann (Mein Grevenbroich), die sich zusammen mit Peter Gehrmann (Grüne) um die Organisation der „Gegen-Demonstration“ kümmert. „Wir wollen am Montag deutlich machen, dass das Impfen ein wesentlicher Mosaikstein ist, um die Pandemie zu besiegen, um wieder in ein normales Leben zurückzukehren.“

Bislang mehr als 400 Corona-Tote
im Rhein-Kreis Neuss

Die Parteien und Wählergemeinschaften erinnern daran, dass Ärzte und Pflegekräfte seit nahezu zwei Jahren auf den Intensivstationen um das Leben von Corona-Infizierten Menschen kämpfen. Alleine im Rhein-Kreis seien bereits mehr als 400 Menschen der Pandemie zum Opfer gefallen. Gleichzeitig gehörten „Spaziergänge“ – oft von Gewalt und Krawallen begleitet – zum Bild in den Städten. Bewusst werde „in Kauf genommen, dass auch Rechtsradikale die Demonstrationen nutzen, um den Hass auf Wissenschaftler, Ärzte und Politiker aufzustacheln“, heißt es in dem Aufruf.

Die Ratspolitiker appellieren an ihre Mitglieder, sich in den Büros der Parteien und Wählergemeinschaften für eine Teilnahme am Montag Abend anzumelden.

(wilp)