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Grevenbroich: Neues Labor geht verspätet an den Start

Actega Rhenania in Wevelinghoven : Neues Labor geht in den Betrieb

Actega Rhenania hat etwa zehn Millionen Euro in einen modernen Neubau investiert.

Anfang Juni wird der neue, hochmoderne Labor-Komplex der Firma Actega Rhenania offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Einladungen zur Eröffnung sind raus – so wie schon im September 2017. Damals sollte der 5700 Quadratmeter große und zehn Millionen Euro teure Neubau in Betrieb genommen werden, doch dann wurde ein Wasserschaden entdeckt. Jetzt, nach gut 20 Monaten, sind die Reparaturen abgeschlossen. Mit einer erheblichen Zeitverzögerung kann der Spezialist für Lacke und Klebstoffe einen weiteren Meilenstein in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte setzen.

„Anfangs sind wir von einem kleineren Schaden ausgegangen, der bei einem Neubau passieren kann“, sagt Geschäftsführer Thomas Sawitowski. Doch nach und nach wurden immer mehr feuchte Stellen ausfindig gemacht. Die Wurzel allen Übels: „Fehlerhaft verbaute Wasserleitungen“, schildert Sawitowski. „Quetschverbindungen waren undicht geworden.“ An vielen Stellen dröppelte es wochenlang – erst unbemerkt, dann deutlich sichtbar. Wie viele Kubikmeter ausgelaufen sind, ist nicht bekannt.

Das Rohrleitungssystem
musste erneuert werden

Es muss aber eine ganze Menge gewesen sein, denn zwischen Estrich und Betonwanne hatte sich das Wasser gesammelt, und zwar so stark, dass in Teilen des bereits fertiggestellten Gebäudes der Boden herausgestemmt werden musste. Und nicht nur das: Wände wurden aufgebrochen, frisch verlegte Fliesen weggeklopft, damit das komplette Rohrleitungssystem erneuert werden konnte. „Das war mit viel Arbeit auf allen Etagen verbunden“, schildert Thomas Sawitowski. Und weil es derzeit schwierig ist, Handwerker zu bekommen, dauerte auch der „Wiederaufbau“ seine Zeit.

Mit dem neuen Labor-Komplex setzt das Unternehmen auf Wachstum. Weil mehr Platz geschaffen wurde, hatte das Unternehmen bereits neue Mitarbeiter eingestellt, die ihren Job zu der Zeit antraten, als zwischen Rhenania- und Langwadener Straße noch Baustellenbetrieb herrschte. „In dieser Zeit sind wir um zehn Mitarbeiter gewachsen. Da wurde es in den alten Laborgebäuden zwischenzeitlich recht eng – da galt es für alle, etwas enger zusammenzurücken“, berichtet der Geschäftsführer.

Die Zeit des Gedrängels ist nun aber vorbei. Die beiden Labor-Geschosse, das Technikum und die Technik-Zentrale des Unternehmens konnten in den vergangenen Wochen bezogen werden – zwar mit erheblichen Verzögerungen, aber gleichzeitig auch mit großer Freude, wie Thomas Sawitowski betont. Die Höhe des Schadens kann er nicht beziffern, der wird über die Versicherung geregelt.

Der Neubau für die Sparte „Forschung und Entwicklung“ ist in vier Bereiche unterteilt worden. Herzstück sind die großen Labors, in denen an der Zukunft des Unternehmens gearbeitet wird. An hellen, LED-beleuchteten Arbeitsplätzen wird an lebensmittelfreundlichen Lacken die Klebstoffen getüftelt, die das Unternehmen an große Kunden in aller Welt liefert. Der große Komplex bot auch die Chance, neue Geräte anzuschaffen, für die bislang kein Platz war. So wurde unter anderem ein sechsstelliger Betrag in ein High-Tech-Mikroskop investiert, das Lack-Pigmente dreidimensional abbildet. Apropos Farbe: Im Inneren des Gebäudes wurden die Böden in Grau gefliest, die Wände in Weiß gestrichen. „Unsere Beschäftigten arbeiten jeden Tag mit dem gesamten Farbspektrum, da ist ein neutraler Hintergrund wichtig“, betont Thomas Sawitowski. Ein positiver Nebeneffekt: Mit dem Neubau sind neue Parkplätze geschaffen worden, mit denen die Parkraumnot rund um den Betrieb beendet wurde.