Grevenbroich: Naturfreunde pflanzen Blühwiesen gegen Insektensterben

Gegen das Insektensterben : Naturfreunde legen Imbiss für Insekten an

Die Blühwiesen am Wildgehege sind ein Beitrag gegen das Insektensterben.

Am Grevenbroicher Wildgehege wird derzeit fleißig gearbeitet. Während die Besucherzahlen durch das schöne Frühlingswetter steigen, werden Löcher gebuddelt und Blumen gepflanzt. Dabei geht es nicht nur um die Optik.

„Das Insektensterben ist auch bei uns ein großes Thema“, sagt Stadtförster Frank Wadenpohl. Er pflanzt Sonnenblumen, Forsythien, Raps und Kleesorten. Alles Pflanzen, die mit ihren Pollen Insekten anlocken. Die Insekten finden Nahrung. Sie bestäuben Pflanzen, die der Mensch zum Überleben benötigt. Der Kreislauf des Lebens kommt in Schwung.

Den Anfang kann jeder vor
der eigenen Haustür machen

Die Lokalpolitik hat den Wert solcher Areale erkannt. SPD und Grüne hatten die Verwaltung im Vorjahr aufgefordert, ein Konzept zum Insektenschutz zu entwickeln. In diesem Jahr sollen Blühwiesen mit einer Gesamtgröße von 24 538 Quadratmetern angelegt werden: zwölf Flächen in Kapellen, sieben im Stadtzentrum, sechs in Elsen und eine in Neukirchen. Auch über Stadtgrenzen hinaus würde sich Wadenpohl eine Zusammenarbeit wünschen. „Es wäre sinnvoll, sich zu vernetzen und gemeinsam gegen das Insektensterben vorzugehen“, sagt er.

Den Anfang kann jeder vor der eigenen Haustür machen. Seit rund zwei Wochen pflanzt Wadenpohl Blühwiesen. Knapp 300 Pflanzen hat das Gartencenter Stassen aus Bergheim-Zieverich zur Verfügung gestellt. Die restliche Fläche wird mit Samen aufgefüllt. Unterstützung erhält er dabei von den Ehrenamtlichen des Grevenbroicher Ortsverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Eine Gruppe von sechs bis zehn Personen kommt ohnehin jeden Donnerstag“, sagt Wadenpohl. Sie kümmern sich um kleinere Arbeiten rund um das Wildgehege. Bauen Vogelhäuschen, stellen Hinweisschilder auf.

Nun stehen die Pflanzen im Mittelpunkt. Ende nächster Woche soll die Aktion beendet sein – wenn das Wetter mitspielt. „Der Boden darf nicht zu trocken werden“, sagt Wadenpohl. Wenn das Werk vollendet ist, haben alle etwas davon: Insekten und Besucher.