Zugverkehr in Grevenbroich Grüne stellen Weiterbetrieb der RB39 durch Vias in Frage

Grevenbroich · Betreiber Vias hat sich mit dem Verkehrsverbund erneut auf einen ausgedünnten Fahrplan auf der Linie RB39 geeinigt. Das sorgt für Verärgerung bei den Grevenbroicher Grünen. Sie stellen unter anderem den Weiterbetrieb durch Vias infrage.

  Eine durchgängige Zugverbindung von Grevenbroich nach Düsseldorf ist tagsüber derzeit nicht möglich.

Eine durchgängige Zugverbindung von Grevenbroich nach Düsseldorf ist tagsüber derzeit nicht möglich.

Foto: Melanie Zanin (MZ)

Gleichermaßen verwundert wie verärgert haben die Grevenbroicher Grünen auf den erneuten Notfall-Fahrplan für die RB39 reagiert, der laut Betreiber Vias von heute bis voraussichtlich Ende Juni gelten soll. „Dies ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was Vias uns für die Zeit nach Ende der Streckensperrungen in Aussicht gestellt hatte. Stattdessen sehen wir eine Salami-Taktik mit immer neuen Hiobsbotschaften für die Fahrgäste“, kritisiert Sprecher Detlef Flintz.

Wie Vias zum Ende vergangener Woche mitteilte, hat sich das Unternehmen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate auf ein abgespecktes Betriebskonzept verständigt – vorübergehend, wie es heißt. Konkret wurde sich auf Folgendes geeinigt:

Die Züge sollen montags bis freitags bis 21 Uhr nur bis Neuss fahren. Fahrgäste, die weiter nach Düsseldorf wollen – und das sind nicht wenige –, müssen auf andere Verbindungen umsteigen. Zwischen Bedburg und Neuss sollen zwar Züge rollen, allerdings sollen die sogenannten Verstärkerzüge entfallen, die sonst morgens und nachmittags zu Zeiten eingesetzt werden, wenn das Fahrgastaufkommen besonders hoch ist. Immerhin hat sich Vias vorgenommen, den 30-Minuten-Takt einzuhalten. Auch die wegen Brückenbauarbeiten unterbrochene Verbindung zwischen Grevenbroich und Bedburg soll wieder bedient werden.

Da die Kürzungen im Fahrplan in Absprache mit dem Auftraggeber VRR erfolgt sein sollen, haben die Grevenbroicher Grünen jetzt einen Fragenkatalog an den Verkehrsverbund geschickt. Unter anderem wollen sie wissen, ob der VRR konkrete Überlegungen anstellt, den Vertrag mit der Vias vorzeitig zu kündigen. Sollte das nicht der Fall sein, wollen sie wissen, was denn passieren müsste, damit es zu solchen Überlegungen kommt.

Die Grünen kritisieren, dass Düsseldorf – abgesehen von wenigen Ausnahmen – erneut nicht bedient werde und die Züge stattdessen in Neuss starten und enden würden. Das sei vor allem für Fahrten von Düsseldorf aus problematisch. „Verlängert sich die Fahrtzeit durch das Umsteigen in Neuss in den Hauptzeiten schon planmäßig um durchschnittlich knapp zehn Minuten, kommt es besonders dicke, wenn der Zubringerzug aus Düsseldorf Verspätung hat“, sagt Detlef Flintz. „Dann ist der Anschluss in Neuss in aller Regel weg – und aus zehn werden mindestens 30 Minuten mehr.“

Vias hatte die abermaligen Kürzungen auf der Strecke mit weiter anhaltendem Personalmangel begründet. „Personalabgänge können schlichtweg nicht kurzfristig kompensiert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Mit diesem Problem sei allerdings die gesamte Branche konfrontiert, kontern die Grünen. „Uns interessiert deshalb, ob es auch auf anderen Linien so schlimm zugeht, oder ob Vias da den Vogel abschießt“, sagt Flintz. Der VRR soll daher auch Auskunft darüber geben, auf welchen Strecken es noch zu vergleichbaren Notfahrplänen kommt.

Außerdem bitten die Grünen in ihrem Schreiben an den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr um aktuelle Zahlen zur Fahrgastentwicklung auf der Regionalbahnlinie 39. „Wir hören immer wieder von Fahrgästen, die sich gezwungen sehen, aufs Auto umzusteigen. Einer schrieb uns sogar, dass er deshalb wieder von Grevenbroich weggezogen ist“, berichtet der Grünen-Sprecher.

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