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Grevenbroich: Die Kultur meldet sich „Open Air“ zurück

NRW : Drei Tage Open-Air-Spektakel

Während des Lockdowns hat das Kulturamt sein Publikum mit Videos für die Couch bei Laune gehalten. Jetzt geht’s wieder nach draußen: Zur Rückkehr der Live-Events ist ein Konzert- und Theater-Wochenende im Stadtpark geplant.

Die Kulturarbeit in Grevenbroich fährt langsam wieder hoch. Ganz weg vom Fenster war sie während des Lockdowns allerdings nicht. Über die Plattform Youtube wurden weiterhin kulturelle Beiträge aus der Villa Erckens gesendet, als Alternative zu den beliebten Live-Veranstaltungen. „Kultur konnte unter neuen Bedingungen stattfinden“, sagt der Erste Beigeordnete Michael Heesch. „Dafür haben wir intensiv mit Künstlern aus der Region zusammengearbeitet.“ Entstanden sind 50 Videos, die unter dem Titel „SalOnline“ produziert und bislang mehr als 17 000 Mal geklickt wurden.

In diesem Zusammenhang hat die Stadt in die digitale Infrastruktur investiert, jetzt verfügt auch das Museum der niederrheinischen Seele über eine schnelle Internetverbindung. „Die Leitung ist ganz schön flott“, meint Heesch. „Das versetzt uns in die Lage, künftig ,Hybrid-Veranstaltungen’ anbieten zu können – also Live-Events, die auch von zu Hause aus mitverfolgt werden können. Denn auch diese Zielgruppe wollen wir künftig bedienen.“

 Sängerin Pe Werner gibt ein Best-of-Konzert.
Sängerin Pe Werner gibt ein Best-of-Konzert. Foto: Hertgen, Nico (hn-)

Nachdem auf den Lockdown nun Lockerungen folgten, geht das städtische Kulturamt wieder nach „draußen“. Schon am Sonntag wird den Grevenbroichern die erste Kunstausstellung in der Versandhalle angeboten. Parallel dazu laufen Planungen für eine dreitägige Open-Air-Sause, die mit Konzerten und Theatervorstellung ein möglichst gemischtes Publikum auf die Wiese hinter der Villa Erckens locken soll.

 Kabarettist Ingolf Lück holt sein Programm nach.
Kabarettist Ingolf Lück holt sein Programm nach. Foto: Matzerath

„Kultur im Park“ ist der Titel des verlängerten Wochenendes, das am 20., 21. und 22. August über die Bühne gehen wird. „Wir haben einige schöne Dinge in Planung“, sagt Heesch. Zum Auftakt am Freitagabend wird Pe Werner („Kribbeln im Bauch“) ein Konzert mit ihrem Best-of-Programm gestalten. Am Samstag Nachmittag ist das Niederrhein-Theater aus Brüggen mit dem Stück „Pippi Langstrumpf“ zu Gast, später wird eine Tribute-Band an das legendäre Central-Park-Konzert von Simon & Garfunkel erinnern. Zum Abschluss gibt es am Sonntag ein Konzert mit der Irish-Folk-Band „Seisiún“ zur besten Frühschoppen-Zeit.

350 Stühle sollen auf der Museumswiese stehen

„Das Programm ist bewusst breit angelegt worden, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen“, sagt Heesch. Nach aktuellen Planungen werden 350 Stühle für die jeweiligen Veranstaltungen auf der Museumswiese platziert – „je nach pandemischer Lage kann sich das noch nach oben oder unten bewegen“, meint der Erste Beigeordnete.

Vor dem Lockdown hatte das Kulturamt – soweit wie möglich – ein Live-Programm aufrecht erhalten, wenn auch nur für ein begrenztes Publikum. „Jetzt haben wir unser weiteres Programm so geplant, als würde es Corona nicht geben“, betont Michael Heesch. Das betrifft vor allem die mittlerweile 30 Jahre alte Reihe „Kultur extra“, in der vier ausgefallene Veranstaltungen noch nachgeholt werden müssen: das Pe-Werner-Konzert, das nun unter freiem Himmel geplant ist, sowie die Auftritte der „Springmaus“ (2. Oktober“, von Ingolf Lück (30. Oktober) und Martin Zingsheim
(1. Januar).

Auch das für das nächste Jahr geplante Programm steht bereits fest: Gebucht wurden die „Medlz“ (5. Februar), Christoph Sieber (23. März), „Starbugs Comedy“ (23. Oktober), die „Distel“ (12. November) sowie das „Zuckerfest für Diabetiker“ mit Moritz Netenjakob, Hülya Doğan-Netenjakob, Serhat Doğan und Markus Barth.

Die „Kultur Extra“-Abende wurden vor der Pandemie im Durchschnitt von 600 Menschen besucht. „Die spannende Frage ist, ob diese Zahlen auch in Zukunft erreicht werden können“, sagt Heesch. „Das müssen wir abwarten.“ Nach wie vor werden Abos zum Preis von 60 bis 100 Euro angeboten, Einzeltickets kosten 20 bis 24 Euro.

Durchgeplant bis zum Jahresende sind auch die Ausstellungen in der Versandhalle. Bis Dezember sollen fünf Präsentationen mit insgesamt zehn beteiligten Künstlern stattfinden. Weiter geht es auch mit den Konzerten im Kloster: In Zusammenarbeit mit den Zisterzienser-Mönchen aus Langwaden sind für 2022 insgesamt fünf Klassik-Nachmittage mit namhaften Interpreten geplant. Details zu den einzelnen Programmen wird Michael Heesch am Dienstag im Rahmen der Kulturausschuss-Sitzung vorstellen.