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Grevenbroich: Corona-Zentrum für drei Kommunen

Corona-Zentrum : Grevenbroich richtet ein eigenes Corona-Zentrum ein

Bürger sollen in der Einrichtung Abstriche machen lassen können.

Die Nachbarstädte Neuss und Dormagen haben sich bereits auf den Weg gemacht – und auch Grevenbroich will vorbereitet sein. Mit den niedergelassenen Hausärzten hat Bürgermeister Klaus Krützen am Freitag die Einrichtung eines Corona-Diagnostik-Zentrums vereinbart, das auch für die beiden Nachbar-Kommunen Jüchen und Rommerskirchen zuständig sein wird. „Unser gemeinsames Ziel: Bis zum Ende der nächsten Woche wollen wir arbeitsfähig werden“, betont der Verwaltungschef. Die Covid-19-Ausbreitung besorge viele Bürger und stelle zugleich eine zusätzliche Belastung für die niedergelassenen Ärzte dar – es sei „somit Zeit zum Handeln“, sagt Krützen.

Zurzeit wird nach einem geeigneten Standort für das Zentrum gesucht. Anbieten würde sich das Auerbachhaus auf der Stadtparkinsel, das zentral liegt, sich aber dennoch in einer relativ isolierten Lage befindet. „Benötigt werden zwei Räume und ein Wartebereich, außerdem muss das Zentrum über Sanitäranlagen, Internet- und Telefonanschluss verfügen“, sagt Krützen. Das 1984 aus historischem Baumaterial errichtete Versammlungsgebäude werde nun auf diese Voraussetzungen hin überprüft.

Eine Hotline des Kreises weist
die Bürger dem Zentrum zu

Bürger, die unter dem Verdacht stehen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, sollen in dem Zentrum künftig Abstriche machen können. Die Zuweisung soll über die Hotline 02181/6017777 des Rhein-Kreises erfolgen. „Diese Personen müssen dann nicht mehr die Arztpraxen aufsuchen, was dort einerseits zu einer Entlastung führt“, sagt Krützen. „Andererseits wird auch gewährleistet, dass Patienten mit anderen Krankheitsbildern nicht in Kontakt kommen.“

Die Vereinbarung wurde gemeinsam mit Kreisdirektor Dirk Brügge, dem Koordinator der Notfallpraxis, Peter Stöcker, den Medizinern Horst und Fabian Katt sowie Geert Buß, dem Leiter des Hausärztezirkels für Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen, geschlossen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßt die Einrichtung eines Corona-Diagnostik-Zentrums – „es ist gut, wenn sich die Ärzte zusammentun“, sagt er. Das Auerbachhaus sei ideal für das Vorhaben. Und: Bei der Beschaffung des erforderlichen Schutzmaterials werde der Rhein-Kreis Neuss behilflich sein, sagt der Landrat zu.

Die Ressourcen seien knapp geworden, es sei schwer, etwa Masken und Kittel zu erhalten. „Das ist derzeit unser Flaschenhals“, sagt Geert Buß. „Wir müssen sehen, dass wir mit diesen Materialien schonend und verantwortungsvoll umgehen. Da gilt es Kräfte zu bündeln.“ Buß hat bereits gestern die ersten Kontakte zu den Hausärzten in den drei Kommunen aufgenommen, um deren Bereitschaft abzufragen. „Die ersten Rückmeldungen sind positiv“, sagt er.