Geburten-Rekord 2018 in Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Grevenbroich

Babyboom in Grevenbroich : Baby-Boom in St. Elisabeth

Mit 496 Geburten verzeichnete der Grevenbroicher Kreißsaal 2018 einen Rekord.

Das vergangene Jahr darf als Spitzenjahrgang gelten. In der Geburtsstation im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Grevenbroich kamen bis Ende Dezember insgesamt 496 Mädchen und Jungen zur Welt. Im Jahr zuvor waren es am Jahresende 430 Babys, die hier geboren wurden. Damit liegt die Zunahme der Geburtenzahlen von 2017 auf 2018 bei etwa 14 Prozent.

Das ist Höchststand – und selbst wenn die angestrebte 500er Marke knapp verpasst worden ist, liegt das Team um Kreißsaal-Oberärztin Katharina Thies sowie der leitenden Hebamme Heike Römer damit gut im Rennen. Die Tendenz ist so erfreulich, dass zeitnah auf die Station mindestens eine weitere Hebamme kommen wird. Den Anstieg der Geburten – natürlich bleiben Ergebnisse wie im weitaus größeren Neusser Lukaskrankenhaus mit jährlich 1800 Geburten für ein vergleichsweise kleines Haus in weiter Ferne – führen Ärztin und Hebamme auf eine Vielzahl von Gründen zurück.

Nach der 33 Jahre alten Katharina Thies, die seit 2017 als Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe im Team von Chefarzt Günter Noé in der Klinik ist und im März 2018 die ärztliche Leitung im Grevenbroicher Kreißsaal übernommen hat, konnten zwei weitere Hebammen für die Schlossstadt-Klinik gewonnen werden. „So hat sich die personelle Lage deutlich entspannt“, skizziert die Ärztin die Betreuungssituation. „Rund um die Geburt gibt es kein Standardprogramm, wir gehen freundlich und offen mit den Wünschen werdender Eltern um“, beschreibt die leitende Hebamme Heike Römer. Und während an großen Kliniken eine Hebamme oft parallel mehrere Gebärdende betreut, ist das zahlenmäßige Verhältnis in der kleinen Abteilung günstiger. „Viele Frauen, die bei uns entbunden wurden, loben das familiäre Umfeld“ – und dass „kontinuierlich betreut“ wird, ist für viele Mütter gleichbedeutend mit „sich wohlfühlen“.

Verknüpfung mit der Kinderklinik am Neusser Lukaskrankenhaus

„Die Geburt soll möglichst natürlich verlaufen“, ergänzt Katharina Thies. „Wir beziehen die Patientin in jede Entscheidung ein, berücksichtigen, was sie braucht und was ihr gut tut“, erklärt die Ärztin. „Gleichzeitig soll ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet sein.“ Ihre in der Vergangenheit erworbenen Erfahrungen aus der minimal-invasiven Chirurgie nutzen natürlich auch in der Geburtshilfe. Außerdem besteht eine enge Verknüpfung mit der Kinderklinik am Neusser Lukaskrankenhaus für den Bedarfsfall .

Darüber hinaus hat die Gynäkologin weitere Schulungen für die Hebammen und Assistenzärzte eingeführt. Anästhesist Tilo Robitzsch beispielsweise unterwies in der Reanimation von Neugeborenen. „Diese Kenntnisse werden glücklicherweise kaum gebraucht. Um so wichtiger ist es, das Wissen regelmäßig aufzufrischen“, erklärt Katharina Thies.

Mehr von Westdeutsche Zeitung