Förderverein klagt: Im Grevenbroicher Stadtpark macht sich wieder Unkraut breit

Wieder Jazz-Picknick in Grevenbroich am 11. August : Förderverein kritisiert Pflegezustand des Stadtparks

Die Anlage sei kurz vor dem „Jazz-Picknick“ ungepflegt, heißt es.

Die Premiere war gleich ein Erfolg: Fast 300 Besucher kamen im vergangenen Sommer zum Jazz-Picknick, das vom Stadtpark-Förderverein an der Villa Erckens organisiert wurde. Weil das Angebot ankam, gibt es nun eine Zweitauflage: Am Sonntag, 11. August, können ab 14 Uhr wieder die Picknick-Decken ausgebreitet werden. Die Musik ist bereits organisiert worden: Es spielt die „Flöns Royal Diexieland-Band“.

Mit dieser Veranstaltung wollen die rund 100 Mitglieder des Fördervereins unter Leitung von Johannes Haas zum einen Werbung in eigener Sache machen. Andererseits möchten sie dem Publikum auch präsentieren, was im Stadtpark schon alles geschafft wurde. Bis zum Gartenschau-Jubiläum 2020 wollen sie die „Grüne Lunge“ der Innenstadt wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen – mit der kostenlosen Unterstützung heimischer Unternehmen und dem Geld, das der Förderverein zusammenträgt.

„Seit anderthalb Jahren haben wir schon einiges auf die Beine gestellt“, sagt Haas zufrieden. Drei von fünf Abschnitten des ehemals verwilderten Parks wurden bereits lichter gestaltet, zudem wurden zahlreiche neue Pflanzen in die Erde gebracht. „Ich bin allerdings schockiert darüber, wie das alles schon wieder aussieht“, sagt der Vorsitzende mit Blick auf das Unkraut, das in den neu gestalteten Bereichen munter sprießt und junge Stauden überwuchert. Und das ärgert die Freunde des Stadtparks. „Wir machen unseren Part – die Stadt aber zurzeit nicht“, beklagt Vorstandsmitglied Bernhard Oberbach. Die Stadtbetriebe müssten wie vereinbart für die Pflege der Anlage sorgen – „sonst wäre unsere Arbeit für die Katz gewesen“.

Zudem appellieren die Stadtpark-Förderer an das Rathaus, mehr Behutsamkeit an den Tag zu legen – denn: „Bei den letzten Pflegearbeiten wurden 170 Pflanzen, die neu gesetzt wurden, einfach weggemäht“, berichtet Johannes Haas.

Im September will der Verein seine Arbeit im Park fortsetzen. Unter anderem soll der „Granit-Strahl“ an der Villa Erckens renoviert und gesäubert werden. Zudem ist geplant, rund 5000 Tulpenzwiebeln auf der freien Fläche am „Blitz“ in die Erde zu bringen – „damit wird dort im nächsten Jahr pünktlich zum Jubiläum ein buntes Bild haben“, betont der Vorsitzende.

Nun aber konzentriert sich der Verein auf sein Jazz-Picknick, das seinen festen Platz im Grevenbroicher Veranstaltungskalender finden soll. Jeder kann kostenlos teilnehmen, seine Decke ausbreiten und die mitgebrachten Leckereien genießen. Gegrillt werden darf allerdings nicht, auf Einweggeschirr soll verzichtet werden. „Im vergangenen Jahr hat das gut funktioniert“, freut sich Johannes Haas. „Nach der Veranstaltung sah es auf der Wiese blitzsauber aus.“ wilp

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