Filmmaterial aus privaten Archiven - „Grevenbroich in alten Filmen“

Filmmaterial aus privaten Archiven - „Grevenbroich in alten Filmen“

„Grevenbroich in alten Filmen“ ist jetzt auf DVD erschienen.

Grevenbroich. Einen Tag und eine Nacht müsste man sich Zeit nehmen, um sie alle am Stück anzuschauen: Filmmaterial zur Stadtgeschichte mit 23 Stunden Laufzeit haben Bürger, Vereine und Unternehmen aus ihren Beständen zusammengetragen. Am Donnerstag wurden alle 52 Filme dem Stadtarchiv übergeben.

Angefangen hatte es vor zwei Jahren mit einem Aufruf anlässlich des Stadtjubiläums, gesucht wurde altes Filmmaterial, das in privaten Archiven schlummerte. Mit Ergebnissen, die das Archivarsherz erfreuen: Der älteste Streifen stammt von 1936 und zeigt den Bau der Erftwerksiedlung in der Südstadt, die neueren Dokumente reichen bis in die 80er Jahre hinein.

Die Themen sind breit gestreut, reichen von der Einnahme von Neuenhausen und der Befreiung von Zwangsarbeiterin im Erftwerk durch US-Truppen 1945 bis zum Abriss des „Eulenturms“ in den 60er Jahren. Der erste Farbfilm der Sammlung ist aus dem Jahr 1957, ein „atemberaubender Blick über die Grevenbroicher Skyline beim Bau der Christuskirche in der Innenstadt“, wie Thomas Wolff vom Stadtarchiv schwärmt. Das Film-Schätzchen stammt aus den Beständen der Firma Pick, die ebenso wie das Unternehmen Buckau-Wolf Material zur Sammlung beigetragen hat.

Auch Privatleute haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Sogar liebevoll selbst gedrehte Stadtporträts konnten die Archivare an Land ziehen. Außerdem dabei: die Anlegung der Kanustrecke auf der Erft und die Eröffnung von Haus Hartmann in den 70er Jahren, der Bau des Montanushofs 1982 und jede Menge Schützenfest in der Innenstadt und den Ortsteilen.

Peter Schmidt vom der Firma ps-Media hat die alten Schmalfilm- und Videoschätzchen digital aufbereitet und in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv die Highlights auf einer DVD zusammengefasst. Der Titel der knapp dreistündigen Zeitreise: „Grevenbroich in alten Filmen“. Die ersten tausend waren ruckzuck ausverkauft, insgesamt sind bisher über 2000 Stück über die Ladentheke gegangen.

Die Archivare sind überzeugt, dass in privaten Sammlungen noch mehr historische Filmdokumente zur Stadtgeschichte ruhen. Stadtarchiv-Leiter Wolfgang Brandt und sein Team freuen sich auch weiterhin auf Filmmaterial aus der Bevölkerung. Brandt: „Vielleicht machen wir in ein paar Jahren einen zweiten Teil.“

“ Die DVD kostet 13,90 Euro. Sie ist im Stadtarchiv, beim Verkehrsverein sowie in der Mayerschen und der Gutenberg-Buchhandlung erhältlich.

Mehr von Westdeutsche Zeitung