Fast fünf Millionen Euro für neue Kanäle in Grevenbroich

Abwassernetz in Grevenbroich : Grevenbroich bekommt neue Kanäle

In Orken und Frimmersdorf muss 2020 mit großen Baustellen gerechnet werden.

Die Grevenbroicher müssen im nächsten Jahr in Orken und Frimmersdorf mit großen Kanalbaustellen rechnen. Das geht aus dem Entwurf für das Kanalbauprogramm 2020 hervor, das die Gesellschaft für Wirtschaftsdienste (GWD) vorgelegt hat. Zusammen mit dem jetzt anlaufenden dritten Bauabschnitt in der Frimmersdorfer Ortsdurchfahrt werden bis Ende 2020 in der Stadt knapp fünf Millionen Euro in neue Kanäle investiert.

Ein Millionen-Projekt wird 2020 auf der Schillerstraße starten. Dort werden neue und größere Schmutz- und Regenwasserrohre verlegt. „Zum einen sind die bestehenden Rohre alt und weisen Schäden auf. Sie wurden vor 1960 gebaut“, berichtet GWD-Prokurist Uwe Bors. Zum anderen seien die Kanäle nicht ausreichend dimensioniert. Nach Messungen stellte die GWD zudem fest, dass in dem Bereich Regenwasser von circa zwei Hektar befestigten Flächen in den Schmutzwasserkanal geleitet wird. „Außerdem bestehen zahlreiche Fehlanschlüsse fürs Schmutzwasser an den Regenwasserkanal“, schildert Bors, „Wir prüfen, welche Anschlüsse geändert werden müssen“.

Kanalbau in Frimmersdorf
soll 2020 beginnen

Nun sollen auf der Schillerstraße größere Rohre – mit 80 Zentimetern Durchmesser fürs Regen- und 60 Zentimetern fürs Schmutzwasser verlegt werden. Als erstes ist 2020 das 250 Meter lange, 1,06 Millionen Euro teure Teilstück von der Richard-Wagner-Straße bis vor dem Kreisel an der Goethestraße an der Reihe. Bors geht vom Baubeginn im Frühjahr aus. 2021 soll der nächste Abschnitt bis Düsseldorfer Straße folgen. Östlich der Richard-Wagner-Straße liegen bereits neue Kanäle.

Die GWD will ein weiteres Problem lösen: Nach starken Regenfällen war Wasser von landwirtschaftlichen Flächen am Waddenberg geströmt, der Schlamm floss bis auf die Düsseldorfer und Schillerstraße. „Wir planen einen runden Tisch mit der Abwasserberatung NRW, um Lösungen zu finden“, sagt Bors. Mit am Tisch sitzen sollen auch Vertreter des Kreises und der Landwirtschaftskammer. Eine Lösungsmöglichkeit könne das Pflügen quer zur Hangrichtung sein. Bereits sei einiger Zeit prüft die GWD im Rahmen ihrer Sturzfluten-Studie an mehreren Stellen im Stadtgebiet, wie Wasserfluten so gelenkt werden können, dass sie weniger Schäden anrichten.

Ein weiteres Kanal-Projekt wird in Frimmersdorf für Baustellen, Sperrungen und Umleitungen sorgen. In sechs Abschnitten wird eine neue Transportleitung bis Neurath verlegt. Eigentlich sollte im November der dritte Abschnitt starten. Zurzeit werden neue Trinkwasserrohre verlegt, die alten liegen dem neuen Kanal im Weg. Diese Arbeiten haben sich laut GWD verzögert. „Der Kanalbau wird wahrscheinlich Anfang 2020 starten, weil wir den Anwohnern keine große Baustelle über die Feiertage zumuten wollen“, sagt Bors.