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Fairer Handel: „Damit es gerechter zugeht“

Fairer Handel: „Damit es gerechter zugeht“

Christel Cremer engagiert sich in Brasilien.

Grevenbroich. Einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten — dafür engagieren sich viele Menschen im Rhein-Kreis Neuss, der seit 2010 erster „Fair-Trade-Kreis“ Deutschlands ist. Einige von ihnen setzen sich bereits seit Jahrzehnten für den Fairen Handel ein — so auch Christel Cremer aus Grevenbroich-Noithausen.

Während sich die Menschen in ihrer Heimatstadt Grevenbroich auf Weihnachten vorbereiten, packt Christel Cremer ihre Koffer: Am 4. Dezember startet die 83-Jährige mit dem Flugzeug in Richtung Brasilien und verbringt dort die Advents- und Weihnachtszeit. „Das wird ein Besuch bei Freunden“, freut sie sich und fügt hinzu: „Ich fliege jetzt schon zum achten Mal nach Südamerika. In diesem Jahr geht die Reise zu einem Sozialwerk nach Sao Paulo.“

Im Gepäck hat sie nicht nur Geschenke für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch ein Messgewand und eine Stola. Denn in der größten brasilianischen Stadt nimmt die Grevenbroicherin an der Weihe ihres Patenkindes teil.

Wie kam Christel Cremer zu dem Engagement in Brasilien? „Das fing alles vor 20 Jahren an“, blickt sie zurück. „Damals bekamen wir in St. Mariä Geburt Noithausen Besuch aus einer Pfarrgemeinde in Brasilien. Die Pfarrer baten uns um Unterstützung, so dass Alte Allegro zu unserer Partnergemeinde wurde.“ Für Christel Cremer beschränkte sich diese Hilfe von Anfang an nicht auf finanzielle Unterstützung — sie fuhr kurzentschlossen mit einer Gruppe aus Grevenbroich mit nach Brasilien. Seit dieser ersten Reise nach Brasilien steht für sie fest: „Die Menschen sind so arm; da versuchen wir so viel für sie zu tun wie möglich.“

Nicht nur im Handarbeitskreis des Seelsorgebereichs Elsbach/Erft strickt und häkelt die Grevenbroicherin für den guten Zweck — auch mit der Eine-Welt-Gruppe Grevenbroich verkauft sie auf Pfarrfesten und anderen Veranstaltungen Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika.

An jedem zweiten Sonntag im Monat steht die Rentnerin in ihrer Heimatgemeinde Noithausen am Eine-Welt-Stand; darüber hinaus ist sie regelmäßig mit weiteren Helfern beim Eine-Welt-Verkauf auf dem Grevenbroicher Marktplatz vertreten. „Ich möchte ein bisschen mit dazu beitragen, dass es gerechter zugeht in unserer Welt“, sagt sie.

Voller Vorfreude auf die Priesterweihe ihres Patenkindes steigt Christel Cremer ins Flugzeug. Voraus geschickt wurden mehrere Pakete für die Kinder in Sao Paulo. Die gelernte Modistin, die seit über 20 Jahren Witwe ist, hat vor allem Kleidung für die Freunde in Brasilien gesammelt. Unterstützt wird sie bei ihrem Engagement von vielen Freunden, aber auch von ihrer Familie — ihrem Sohn, den beiden Enkelkindern und vier Urenkelkindern.

Informationen über Fairtrade im Rhein-Kreis Neuss gibt es im Internet.