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Das Ende der Grevenbroicher Erfthalle

Das Ende der Grevenbroicher Erfthalle

Nach dem Abriss der Halle soll das Gelände in einen Schützenplatz umfunktioniert werden.

Grevenbroich. Nach einer emotionalen Diskussion hat der Rat am Donnerstag das Aus für die Erfthalle beschlossen. Noch in diesem Jahr rücken die Abrisskolonnen an, anschließend wird das Gelände zu einem multifunktionalen Schützenplatz umfunktioniert.

Die Abrisskosten werden auf 300 000 Euro geschätzt, für den Schützenplatz muss die Stadt weitere 50- bis 100 000 Euro investieren. Ebenfalls noch 2012 stellt die Stadtverwaltung zusammen mit Bürgern und Vereinen aus Frimmersdorf und Neurath einen Dorfentwicklungsplan für beide Orte auf.

Obwohl die Entscheidung mit nur vier Gegenstimmen fast einstimmig ausfiel, ließen auch einige Befürworter Wehmut spüren. Alle Bemühungen um eine Rettung seien 15 Jahre zu spät gekommen, beklagte etwa der CDU-Vertreter Edgar Uebber. „Wir müssen heute auslöffeln, was uns andere eingebrockt haben.“ Die Erfthalle sei Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens in Frimmersdorf gewesen.

Ganz anders wertete Dirk Gawlinki (Grüne) die Bedeutung der Halle. Er fand das Objekt mit dem riesigen Saal von 1000 Quadratmetern für Frimmersdorf schon immer überdimensioniert. Entsprechend erleichtert zeigte er sich über den baldigen Abriss: „Wir sind froh, dass es endlich zu Ende ist!“

Kritik äußerte hingegen Linken-Vertreter Thomas Bovermann, der ebenso wie die ABG-Fraktion gegen den Abriss votierte. „Das ist, als ob man in Köln den Dom abreißen wollte“ Der ABG-Fraktionsvorsitzende Holger Damaske nahm die Abstimmung darüber hinaus zum Anlass für eine Abrechnung mit der Stadtspitze.

Die Investorensuche sei nur halbherzig betrieben, den Frimmersdorfern zugesagte Alternativen nicht unterbreitet worden. Solange diese Alternativen fehlen, werde seine Fraktion der Vorlage nicht zustimmen.

Kritik am Kurs von Bürgermeisterin Ursula Kwasny kam auch von Daniel Rinkert (SPD). Zu lange habe sie die Grevenbroicher im Unklaren gelassen und suggeriert, dass es noch eine Rettung gebe. Seit Herbst 2010 ist der Saal der Erfthalle wegen Brandschutzmängeln geschlossen, die Sanierungskosten wurden von verschiedenen Gutachtern auf 640 000 bis 1,6 Millionen Euro geschätzt.