91 Oldtimer rollen durch die Innenstadt in Grevenbroich

Oldtimer-Rallye mit Start und Ziel in Grevenbroich : Autofreunde trotzden mit ihren Oldtimern dem Regen

Am Wochenende blieben bei der Rhein-Erft-Rallye die Verdecke der alten Schätzchen oben.

Rund 180 Oldtimerbesitzer und -liebhaber wurden am Sonntag zu Frühaufstehern: Vor acht Uhr waren die ersten von ihnen auf dem Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums, stärkten sich mit einem Frühstück für die 16. Internationale Rhein-Erft-Rallye der Oldtimerfreunde Grevenbroich. Es war enttäuschend kalt – nur wenige Cabrio-Besitzer klappten das Verdeck weg. Es galt, eine rund 125 Kilometer lange Strecke zurückzulegen und Sonderprüfungen zu bestehen. Natürlich genossen die Teilnehmer die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer, vor allem am Ziel an der Karl-Oberbach-Straße während des City-Frühlings.

Mitorganisator Heinz Laumann hat die Erfahrung gemacht, dass diese Rallye sehr beliebt ist. 91 Teams waren dabei – 85 alte Autos und sechs zweirädrige Veteranen. Was auf dem Sammelplatz deutlich wurde: Es gibt sie, die klassenlose Gesellschaft: Da parkte die Ente neben dem amerikanischen Boliden, und niemand rümpfte die Nase, weil auch Brot- und-Butter-Autos wie ein Kadett C  mitmachten.

Die Besitzer pflegen ihre historischen Wagen liebevoll

Freia Heicker (75) aus der Nähe von Bonn gehörte zu den ältesten Teilnehmerinnen. Sie fährt ein schönes Opel Rekord A Coupé von 1964. „Der Wagen hat erst 79 000 Kilometer auf dem Tacho und nur ganz wenig Rost“, erklärte die Seniorin. Berthold Reinartz aus Elfgen, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen früheren Neusser Bürgermeister, ging mit seinem hellroten Alfa Spider an den Start. „Ich mache zum 14. Mal bei dieser Rallye mit“, sagte der 69-Jährige und lobte die Zuverlässigkeit der schönen Italienerin.

Hans-Werner Dietrich aus Jüchen-Wey lenkte ein Chrysler Newport-Cabrio von 1965: „Wegen seiner ausladenden Abmessungen wird es auch Landyacht genannt“, erklärte der stolze Besitzer, der sich für die Stars-&-Stripes-Krawatte entschieden hatte – ebenso wie Beifahrer Manfred Rebig. Horst Althausen aus Mönchengladbach steuerte einen BMW-Barockengel in Elfenbein mit roter Innenausstattung, Lutz Pollmann aus Kaarst ein rotes Mustang-Cabrio. „Ich habe genau solch ein Fahrzeug gesucht und bin in Florida fündig geworden“, sagte er.

Zu den Aufgaben gehörte auch das rückwärts Einparken

Das Verlassen des ADAC-Geländes war bereits mit einer Aufgabe verbunden: Die Ausfahrt sollte in genau 15 Sekunden vonstatten gehen – Abweichungen nach oben oder unten wurden mit Minuspunkten quittiert. Die Fahrzeuge starteten im Minutentakt in fünf Klassen. Am Parkplatz von Schloss Dyck musste möglichst nah rückwärts an ein Gatter herangefahren werden. Das Mittagessen wurde in Haus Hohenbusch bei Erkelenz eingenommen.

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