Facebook-Seite optimiert Kaarster Bürgerservice

Facebook-Seite optimiert Kaarster Bürgerservice

Kaarst. Kaarst ist bei Facebook — seit Mittwoch auch ganz offiziell. Denn eigentlich gibt es die Seite bereits seit vier Jahren. Der damals 17 Jahre alte Kaarster Maximilian Lohmann hatte die „inoffizielle Seite“ 2010 eingestellt, regelmäßig Kommentare gepostet und 1500 „Likes“ akquiriert.

Am Mittwoch trat er seine Administratorenrechte offiziell an die Stadt ab — kostenlos. Als Dank gab es anerkennende Worte und Kabarett-Karten von Dieter Güsgen, unter anderem zuständig für Kultur und Stadtmarketing.

„Ich finde es super, dass die Stadt die Seite übernommen hat“, sagt Lohmann, der in Köln Bauingenieurwesen studiert. „Denn ich habe nicht mehr viel Zeit, mich darum zu kümmern.“ Als er 2010 die Facebook-Seite online stellte, hatte er Kontakt zu Güsgen aufgenommen. Die Stadt war da noch nicht zur Eigeninitiative bereit. „Das Thema social media ist immer wieder in der Politik diskutiert worden“, sagt Güsgen, „aber die Zeit war noch nicht reif.“ Das sei nun anders: „Kaarst ist auf dem Weg zur digitalen Stadt.“ Ziel sei es, Facebook als zusätzliches Element der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, um Zielgruppen zu kontaktieren, die über andere Kanäle nicht erreichbar sind. „Facebook soll aber nicht den Mängelmelder ersetzen“, sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. Wenn Lampen nicht leuchteten oder Müll herumliege, sollten Bürger auch künftig diesen nutzen und nicht bei Facebook posten.

Diese Seite soll andere Vorteile bieten. Güsgen: „Bürgerservice und -beteiligung, Imagepflege, Marketing. Zudem ist es ein Stimmungsbarometer der Bürgerschaft und ermöglicht einen schnellen, kostenlosen Dialog.“ So wie bei der „Kaarst Total“-Seite, die vom Initiativkreis ins Leben gerufen wurde: „Während der Veranstaltung erreichen wir bis zu 30 000 Menschen mit nur einem Posting“, so Güsgen. Sowohl die „Kaarst Total“-Seite als auch die Kabarett-Seite werden eigenständig bei Facebook bleiben. „Denn jede hat andere Zielgruppen.“ Gegen kritische Stimmen, sagt Güsgen, habe er auch nichts einzuwenden: „Denn begründete, sachliche Kritik hilft uns ja nur weiter.“ Zu erwarten ist das laut Lohmann aber nicht. „In den vier Jahren gab es kaum Kritik — eher im Gegenteil.“

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