Wasser-Transport soll Konverter verhindern

Wasser-Transport soll Konverter verhindern

Unterirdische Rheinwasser-Pipeline führt durch Dormagen nach Frimmersdorf.

Dormagen. Den Gegnern des Stromkonverters in Gohr und Broich wird es Recht sein, dass am 24. Oktober der Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln die Trasse für die große unterirdische Rheinwasser-Transportleitung vom Rhein durch Dormagen nach Frimmersdorf festlegen wird.

Denn bei diesem seit 1995 als Braunkohlenplan Garzweiler II genehmigten Vorhaben, den Braunkohlentagebau-Restsee mit Rheinwasser zu füllen, soll die favorisierte nördliche Trasse genau durch das Gebiet am Umspannwerk Gohr führen, für das sich der Netzbetreiber Amprion als einen von sieben präferierten Standorten für den Stromkonverter entschieden hat. Damit wäre ein Ziel der Raumordnung festgeschrieben und könnte nicht überplant werden.

Mit dem Erarbeitungsbeschluss wird voraussichtlich im April 2016 gerechnet. Gegen den Konverter nah bei ihrem Ort hat die Gohrer Bürgerinitiative, die am Samstagmorgen auf dem Dormagener Rathausplatz für einen Standort weiter entfernt von der Wohnbebauung warb, inzwischen mehr als 2200 Unterschriften gesammelt.

Über die Rheinwasser-Transportleitung, deren Bau von 2025 bis 2030 vorgesehen ist, hatte die Verwaltung die Mitglieder im Planungs- und Umweltausschuss informiert. Denn der Eingriff in die Natur wird für die Zeit des Baus der unterirdischen Leitung beträchtlich sein: Der Rohrgraben weist eine Breite von etwa 15 Metern auf, der Arbeitskorridor ist mit 70 Metern angegeben. Die Variante des nördlichen Trassenkorridors mit einer Entnahmestelle zwischen Piwipp und den Bayer-Sportanlagen sollte dem weiteren Verfahren zugrunde gelegt werden.

Mit einer Anfrage erbat die CDU-Fraktion im Rat unter anderem Angaben zum Lärm im Umfeld der Pumpen, Vibrationen, Rohrverlegung bei der Deichquerung und Beeinflussung kommunaler Planungen. Bürgermeister Erik Lierenfeld verwies auf ausstehende Gespräche. „All diese Fragen werden im Verlauf des weiteren Verfahrens geprüft“, ergänzte Pressesprecher Harald Schlimgen.

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