Vier Jahre Arbeit für drei Tage Schützenfest

Vier Jahre Arbeit für drei Tage Schützenfest

Der Bürgerschützenverein Dormagen hat zum zweiten Mal den Rheinischen Schützentag ausgerichtet.

Dormagen. Vier Jahre Vorbereitung gipfelten in drei Tagen Festgeschehen: Dormagen feierte am Wochenende zum zweiten Mal nach 1989 den Rheinischen Schützentag. Der Bürgerschützenverein Dormagen (BSV) richtete das Großereignis aus und gab mit 840 Mitgliedern als größter Verein im Rheinischen Schützenbund (RSB) erwartungsgemäß eine erstklassige Visitenkarte ab.

BSV-Chef Rolf Starke und sein Organisationsteam inszenierten ein Schützenfest XXL, das obendrein von bestem Frühlingswetter gekrönt wurde. Schützen aus allen Ecken des Verbandsgebietes, das sich von Bocholt im Norden bis nach Worms am südlichen Ende erstreckt, waren von der Dormagener Gastfreundschaft sichtlich begeistert.

Mit dem feierlichen Zapfenstreich vor dem Rathaus, begleitet von der Jägerkapelle Straberg mit dem Tambourcorps Germania Horrem und unter Kommando von Generaloberst Willi Loibl, erlebten die Besucher gleich zum Auftakt einen Höhepunkt.

Für Loibl war der Rheinische Schützentag gleichzeitig ein Abschied. Er tritt ins zweite Glied zurück und hat offiziell seinen Obristenposten im vergangenen Herbst Hans-Jakob Luckas überlassen. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann überraschte den 73-Jährigen mit der silbernen Ehrennadel in Anerkennung zweier Jahrzehnte als Regimentschef.

Auf dem Schützenplatz lockte ein historischer Jahrmarkt mit Kettenkarussell und Geisterbahn. Dort hatte Zeltwirt Schorsch Späth ein 4200 Quadratmeter großes Festzelt aufgestellt, das seiner Bezeichnung alle Ehre machte. Zwei Tage lang tanzten die Schützen und ihre Gäste dort.

Neben kölscher Mundart sorgten beim Rheinischen Galaabend Moderator Andy Jurek und das Orchester Helmut Blödgen für Lokalkolorit. Ebenfalls mit dabei: die „Junior Twisters“, Cheerleader des 1. FC Köln, und der Junge Chor Da Capo aus Hackenbroich, seit über 25 Jahren eines der musikalischen Aushängeschilder der Stadt. Eigens für diesen Auftritt hatten die 70 Aktiven das Dormagener Schützenlied einstudiert.

Weniger ausgelassen war dort die Stimmung am Samstag bei der Delegiertenversammlung. Da hatte die Nachricht, dass Ex-RSB-Schatzmeister Jürgen K. rund 300 000 Euro aus der Verbandskasse abgezweigt haben soll, für betretene Gesichter und mehrstündige Diskussionen gesorgt.

Die Laune ließen sich die Schützen aber trotzdem nicht verderben, schließlich hielt der Festsonntag noch zwei Höhepunkte bereit. Am Morgen sprach der Erzherzog Karl von Habsburg, Protektor der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, bevor sich beim Festumzug am Nachmittag 2800 Marschierer von tausenden Schaulustigen feiern ließen.

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