Verkehrsprojekt in Dormagen: Neubau der „Unfallkreuzung“ ist bald fertig

Bauprojekt in Dormagen : „Unfallkreuzung“ soll sicher werden

Die Kreuzung L 280/L 380 wird komplett umgebaut. Die Arbeiten gehen gut voran.

Nur wer regelmäßig mit dem Bus zwischen der Dormagener Innenstadt und Delhoven pendelt, erhält einen Eindruck vom Fortgang der Arbeiten. Denn hinter vielen Absperrungen verborgen entsteht im Bereich der Landstraßen 280 und 380 die modernste Kreuzung der Stadt. Das Projekt kostet rund 1,5 Millionen Euro. Als „schnell und schmerzhaft“ bezeichnet Projektleiter Klaus Dahmen den kompletten Umbau der bis dato Unfall-Kreuzung Nummer eins im Rhein-Kreis Neuss. Denn nur die Sommerferien hat sich der Landesbetrieb Straßen NRW als Bauzeit eingeräum – und die Arbeiten liegen voll im Zeitplan. Ab heute beginnen bereits erste Asphaltarbeiten.

Dadurch, dass es großräumige Umleitungen gibt, ist es ein vergleichsweises ruhiges Arbeiten auf dem Areal. Nur Busse und im Bedarfsfall Polizei und Rettungsdienste durchfahren die Baustelle. „Aber es ist auch hin und wieder mal ein Autofahrer, der meint, unbedingt hier durchfahren zu müssen“, sagt Klaus Dahmen. Er zeigt auf den westlichen Bereich, aus Richtung Nievenheim kommend, die rechte Seite: Dort wurden in den ersten Tagen reichlich Sand angefahren, um eine Böschung anzuschütten. Denn es geht um eine deutliche Verbreiterung der Kreuzung – „um eine Fahrspur in jede Richtung“, erklärt der Experte. Zur Befestigung dienen auch Reisigbündel, so genannte Faschinen. Dort am Rand wird jeweils guter Oberboden angeschüttet, damit die geplante Bepflanzung funktioniert. Während der Erklärungen fährt ein Sattelschlepper im Schritttempo vorbei, der eine Teermaschine geladen hat. Ein deutliches Zeichen für den guten Fortgang der Arbeiten, weil aus Richtung stadtauswärts am Mittwoch erste Asphaltarbeiten erfolgen.

Durch den Blitzer auf der L 380 sank die Zahl der Unfälle deutlich

Nach den Sommerferien soll aus der einstmals gefährlichsten Kreuzung im Rhein-Kreis eine der sichersten werden. Dafür gibt es künftig aus jeder Richtung bald eine eigene Spur für Links- und Rechtsabbieger – natürlich mit Ampeln, „denn das ist einfach das Sicherste“, sagt Projektleiter Dahmen. Ein Kreisverkehr, wie er zwischenzeitlich in der Politik im Gespräch war, ist für ihn mit Blick auf Radfahrer und -wege keine Option. In den vergangenen Jahren hat es an dieser Kreuzung regelmäßig gekracht. Neben zu hoher Geschwindigkeit war offenbar auch die Tatsache verantwortlich, dass Autofahrer, die aus Richtung Nievenheim kommen, von Autofahrern, die von der Franz-Gerstner-Straße nach links Richtung Delhoven abbiegen wollen, zu spät gesehen werden. Alleine in der Zeit von Mitte 2014 bis Ende 2017 wurden von der Polizei 34 Unfälle registriert, bei denen 45 Menschen leicht und vier schwer verletzt wurden. Nachdem die Stadt auf der L 380 einen Tempoblitzer installiert hatte, sank die Zahl der Unfälle deutlich. Die Miete für das Gerät wurde mit Buß- und Verwarngeldern wieder reingeholt.

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