Verkehr in Dormagen: B 9-Baustelle dauert noch bis Ende Mai

Verkehr in Dormagen : B 9-Dauerstau stellt Geduld auf die Probe

Nach Angaben von evd liegen die Arbeiten an den Strom- und Wasserleitungen im Plan.

Es ist das Ärgernis Nummer eins in der Stadt und die Dormagener müssen noch bis Ende Mai, Anfang Juni damit leben: die Wander-Dauer-Baustelle auf der Bundesstraße 9, die inzwischen den Kreuzungsbereich von Horremer Straße/Kreisstraße 12/Aldenhovener Straße erreicht hat. Egal, in welchem Abschnitt die Baustelle bisher war, sie zerrt an den Nerven von Auto- und Lastwagenfahrern. Einen Negativhöhepunkt gab es am Montag, als auch noch die Ampelanlage ausgefallen war und die Polizei den Verkehr regeln
musste.

Immerhin gibt es die gute Nachricht, dass die Arbeiten an Strom- und Wasserleitungen entlang der B 9 jetzt ihren letzten Bauabschnitt erreicht haben. Bürgermeister Erik Lierenfeld wurde bei seinem zweiten Facebook-Online-Chat am Montag Abend auch auf dieses Thema angesprochen: „Es ärgert auch mich natürlich. Aber es ist eine wichtige Baustelle, wichtig für die Bürger, weil alle profitieren.“ Bezogen auf den Ampel-Ausfall meinte er: „Wenn es mal schlecht läuft, dann läuft es auch mal richtig schlecht.“ Die Signalschaltung war nach Angaben der Stadt in der Nacht von Sonntag auf Montag umgestellt worden. „Dabei ist es aber offenbar zu einem Fehler gekommen, sodass in eine Richtung Dauer-Rot gezeigt wurde“, erklärte Stadtsprecher Max Laufer. Später am Montag funktionierte die Ampel wieder, allerdings zunächst nicht verkehrsabhängig. „Die Fachfirma arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung des Problems.“

Berufskraftfahrer fährt die
Strecke viermal täglich

Torsten Heil ist einer, der die Verhältnisse auf der B 9 so gut kennt wie kaum ein anderer. Der 48-Jährige ist Kraftfahrer und fährt mit einem 40 Tonnen schweren Lastwagen täglich die Strecke von der Spedition in St. Peter zu den Ford-Werken in Köln-Merkenich. „Vier Mal hin, vier Mal zurück, da bekomme ich schon gut mit, wie die Verkehrsverhältnisse sind.“ Am Montag waren sie ganz schlecht: „Ich habe am Vormittag eine Stunde für die Strecke von St. Peter bis zum Kreuzungsbereich der Baustelle benötigt.“

Aber auch ohne Ampelausfall ist es kein Vergnügen, auf der Strecke unterwegs zu sein: „30 bis 45 Minuten dauert es in der Regel für diese vergleichsweise kurze Strecke.“ Den täglichen Zeitverlust beziffert er auf rund anderthalb bis zwei Stunden. Das ärgert auch seinen Arbeitgeber. Alternativen gibt es keine. „Wenn ich über die A 46 fahren würde, stände ich vor der Auffahrt in Neuss im Stau.“ Immerhin: Schafften es vor der Anpassung der Ampelphasen drei, vier Autos die Grünphase, sind es nach Beobachtung von Torsten Heil heute knapp ein Dutzend.

Die Bauarbeiten des Dormagener Energieversorgers evd und der Kreiswerke Grevenbroich haben seit ihrem Beginn im Sommer vergangenen Jahres immer wieder für zum Teil lange Rückstaus auf der B 9, zuletzt auch in Richtung Zons gesorgt. Viele Dormagener äußerten ihren Unmut beispielsweise auf Facebook. Nachdem es in der vorvergangenen Woche extrem wurde, reagierte die Stadt mit Sofort-Maßnahmen, veränderte die Ampelschaltung und die Freigabe einer Spur und Radstraße. So kann die Fahrradstraße von der Aldenhovener Straße zur Krefelder Straße bis hinter die Aral-Tankstelle vorübergehend vom Autoverkehr genutzt werden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung