Stadt Dormagen will Videoüberwachung an Schulen einführen

Gegen Vandalismus in Dormagen : Stadt führt Videoüberwachung an Schulen ein

Maßnahme soll Einbrüche, Vandalismus und Vermüllung in Dormagen verhindern.

Immer wieder wird in Schulen eingebrochen, die Fassade besprüht oder es werden Müllberge auf dem Schulhof zurückgelassen. Unbekannte Täter verwüsten die Lehrer- und Klassenzimmer, zerstören Fenster, Türen und Einrichtungsgegenstände, stehlen Wertsachen. Dagegen möchte sich nun die Stadt Dormagen wehren. „An fast allen Schulen haben wir das Problem der extremen Müll-Verschmutzung, leiden unter Vandalismus und Einbrüchen“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld am Montagnachmittag im Kinderparlament. Da möchte die Stadt gegensteuern, wie er ankündigte: „Wir wollen Videoüberwachung an Schulen nach der Unterrichtszeit einführen.“ Dabei werde die Stadt nicht verraten, wann und wo sie die elektronische Überwachung einsetze: „Die Zerstörer haben sich jederzeit darauf einzustellen, dass wir die Schulen stärker überwachen“, so Lierenfeld.

Gerade in der Vorwoche waren wieder drei Einbrüche an Schulen bekannt geworden: in das Berufsbildungszentrum am Willy-Brandt-Platz, in eine benachbarte Schule an der Haberlandstraße und eine an der Hackhauser Straße in Hackenbroich. Die Eindringlinge brachen Fenster und Türen auf, beschädigten Mobiliar, setzten ein Lehrerzimmer unter Wasser und ließen Geld, Spirituosen und Süßigkeiten mitgehen, wie die Polizei mitteilte. Gegen Einbrüche und Vandalismus, aber auch gegen das Vermüllen soll die Videoüberwachung eingesetzt werden, betonte Lierenfeld im Kinderparlament: „Wenn wir jemanden erwischen, wird der auch bestraft.“

Bürgermeister stellt verstärkte Kontrollen abends in Aussicht

Zuvor hatten sich mehrere Schüler bei der Versammlung der jungen Abgeordneten im Ratssaal über zerstörte Gegenstände und Müll beschwert, den Jugendliche nach dem Feiern auf dem Schulhof hinterließen. Wie der Bürgermeister in Aussicht stellte, sollen die Kontrollen im Abendbereich an Schulen verstärkt werden, auch wenn eine flächendeckende Überprüfung nicht machbar sei. „Da sind wir für Hinweise dankbar, wann es besonders schlimm auf dem Schulhof aussieht, um gezielter kontrollieren zu können.“ Aber trotz aller Kontrolle – eins gelte nach wie vor, wie Jo Deußen, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, den Schülern bestätigte: „Die Schulhöfe sollen nachmittags für die Kinder zum Spielen geöffnet bleiben und erst abends abgeschlossen werden – das gilt auch für Jugendliche, die sich dort friedlich aufhalten, ohne Müll oder Zerstörung.“

An die Mitglieder des Kinderparlamentes appellierte Lierenfeld: „Ich hoffe, dass Ihr als Jugendliche noch wisst, wie sehr der Müll auf dem Schulhof gestört hat, um den dann selbst in einigen Jahren bitte nicht genauso auf dem Schulhof zu hinterlassen.“ Anfang des Jahres gab es bereits eine Einbruchsserie in Schulen: Die Realschule am Sportpark bekam ungebetenen Besuch, am Rosenmontag fiel an der Sekundarschule der Einbruch in das Sekretariat auf.

Beim Versuch, durch ein Fenster in den Schultrakt einzudringen, wurde ein Alarm ausgelöst, der die Einbrecher in die Flucht schlug. 2018 waren unter anderem die Regenbogenschule in Rheinfeld, die Theodor-Angerhausen-Grundschule und mehrfach das Bettina-von-Arnim-Gymnasium Ziel von Einbrechern. Im Mai 2015 war der zehnte Einbruch in fünf Jahren in die Hermann-Gmeiner-Hauptschule festgestellt worden, die Verwüstungen waren enorm.

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