Sport in Dormagen: Bau der Fechterhalle ist klar, Standort nicht

Sport in Dormagen : Dormagen sucht Platz für Fechterhalle

Favorisierter Standort für den Neubau ist aus finanziellen Gründen Knechtsteden.

Dormagen steht hinter seinen erfolgreichen Säbelfechtern. Der Bundesstützpunkt soll erhalten bleiben. Diese Haltung des Sportausschusses bedeutet, dass die Fechter eine neue Trainingshalle bekommen. Doch es gibt viele Unklarheiten: Wo soll die Halle gebaut werden? Wer bezahlt sie? Wer baut und betreibt sie? Woher kommen welche Fördermittel? Und: Soll es eine Halle für den Leistungssport werden oder eine Mischform, von der auch die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule profitiert?

Etwas Licht ins Dunkel könnte die Sitzung des Kreissportausschusses am Dienstag bringen. Denn dem Rhein-Kreis fällt bei dem sieben bis acht Millionen Euro teuren Projekt eine wichtige Rolle zu: als möglicher Bauherr, Betreiber und Finanzier. Dort wird es um den möglichen Standort gehen müssen. Nievenheim und Knechtsteden hat die Verwaltung unter finanziellen Gesichtspunkten durchgespielt. Eine bis zu 70-prozentige Förderung der zuschussfähigen Kosten durch das Land gibt es nur wenn es sich um eine Halle rein für den Leistungssport handelt. Egal, an welchem Standort. Ist eine Mischnutzung vorgesehen, also Leistungs- und Schulsport, gäbe es nur 42 Prozent vom Land. Der Rhein-Kreis geht laut Verwaltung davon aus, dass sich die Stadt gleichwertig an den Restkosten beteiligt, wenn die Halle in Knechtsteden gebaut wird. Das dortige Areal gehört dem Rhein-Kreis, in Nievenheim würde auf städtischem Boden gebaut. Damit wäre die Stadt Bauherrin, was sie (wahrscheinlich) nicht sein will. Laut Stadt hat der Kreis Vorbehalte, sich an den Kosten für einen Bau in Nievenheim zu beteiligen. Die Übersicht:

Standort Nievenheim

Dort gäbe es zwei Vorteile: Eine Zusammenarbeit (Stichwort Talentförderung) mit Grund- und Gesamtschulen wäre sinnvoll. Ferner wäre eine höhere Auslastung der Halle gegeben als beim reinen Trainingsbetrieb durch Fechter.

Standort Knechtsteden

Dort gäbe es ein Konglomerat aus Sportinternat, NRW-Sportschule und Bundesleistungsstützpunkt. Eine Lösung, die der Rhein-Kreis präferiert.

Standort Höhenberg

Die Ideallösung aus Sicht des Bundesstützpunktes – und auch für den Sportausschussvorsitzenden Detlev Zenk: „Aus sportfachlicher Sicht gibt es keinen besseren Standort.“ Jedoch mach vorerst das Seveso-Gutachten dieser Planung einen Strich durch die Rechnung. Zenk: „Bis Ende des Jahres soll die endgültige Fassung vorliegen. Vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit.“

Für CDU und FDP in Dormagen ist der Fall insofern klar, als dass sie sich klar für Knechtsteden ausgesprochen haben. Die SPD sieht die Sachlage etwas differenzierter und ist noch unentschieden in ihrem Meinungsbild. „Wir sind der Meinung, dass eine kombinierte Halle in Nievenheim mittelfristig der beste Weg wäre“, sagt Detlev Zenk. Aber bei der SPD weiß man auch, dass die nackten Zahlen eher für Knechtsteden sprechen. Karl-Heinz Heinen machte für die CDU deutlich, wo aus deren Sicht die Knackpunkte liegt: Zum einen in der unklaren Frage der Betriebskosten, zum anderen in der möglichen Übernahme des Hallenbaus durch die Stadt. „Dafür hat der Eigenbetrieb angesichts der anstehenden Bau- und Sanierungsprojekte bei Schulen und Feuerwehr keine Kapazitäten. Dann würde diese Halle nicht wie gefordert in 2024 fertig.“

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