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Rhein-Hochwasser: Feuerwehr probt den Ernstfall

Rhein-Hochwasser: Feuerwehr probt den Ernstfall

Für den Ernstfall proben Feuerwehr und Bundeswehr an der Unterstraße. Den Deichgräf überzeugt das Ergebnis.

Dormagen. Alle packten mit an. Die Herren in den neongelben, dunkelblauen und tarnfarbenen Uniformen führten aus, was der Mann mit der roten Weste erklärt hatte: Man stelle sich vor, der Rhein würde auf einen Pegel von acht Metern ansteigen. Wie schnell kann darauf reagiert werden? Das wollte Deichgräf Eduard Breimann des Deichverbandes Dormagen-Zons am Samstag testen. Dazu stellte er Gruppen zusammen, die auf der Hochwasserschutzmauer die mobile Metallwand der Unterstraße aufbauen sollten - in maximal zwei Stunden.

Die Feuerwehr Stürzelberg, das Technische Hilfswerk Grevenbroich und die Reservekameradschaft der Bundeswehr Dormagen erfuhren ihre Aufgaben erst wenige Minuten vor der Übung, setzten die notwendigen Schritte aber schnell um. Das Aufbauen der mobilen Wände ist im Ernstfall unumgänglich. "Hier ist die schlimmste Stelle. Wenn eine Hochwasserwelle anrückt, dann drückt sie genau dort am stärksten", erklärte der Deichgräf.

Auf dem etwa 180 Meter langen Streifen der Mauer an der Unterstraße ging die Arbeit zügig voran: Schutzverschraubung lösen, Stützen aufstellen, Dammbalken aufeinanderlegen und anschließend fest verschrauben. Die Gruppen lagen gut in der Zeit: Nach einer Stunde war mehr als die Hälfte geschafft.

Die Wandkonstruktion konnte nach der Übung wieder abgebaut werden. Darüber hatte Breimann zuvor noch Überlegungen angestellt. "Gestern ist der Rhein auf bis zu zehn Zentimeter pro Stunde angestiegen. Der Wetterprognose zufolge wird der Pegel am Wochenende aber sogar leicht fallen; wir haben also nichts zu befürchten", erklärte er.

Im Ernstfall reiche dieses Konstrukt allerdings nicht aus. Für zusätzlichen Schutz sollen bei Hochwasser sogenannte "Big Bags" sorgen. Rund 1100 mit jeweils 1,5 Tonnen Kies gefüllte Kunststoffsäcke werden dann zum Beschweren auf der 400 Meter langen Schutzmauer verteilt.

Breimann war mit der Arbeit der etwa 30 angerückten Einsatzkräfte zufrieden. Dabei hatte der Tag nicht reibungslos begonnen: Beim Transport der mobilen Wandteile stellten der Kreisverkehr und die enge Straße ein Hindernis für den Hänger dar - er geriet in die Schräglage, und Metallteile fielen herunter.