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Rafael Kazior (Die Piratenpartei): "Jedes Thema wird an die Basis weitergegeben“

Rafael Kazior (Die Piratenpartei): "Jedes Thema wird an die Basis weitergegeben“

Der 23-jährige Student Rafael Kazior aus Dormagen ist Kandidat der Piratenpartei.

Dormagen. Die große Gestik ist nicht seine Sache. Rafael Kazior, Direktkandidat der Piratenpartei für Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen, wirkt ruhig und bedächtig, wenn er über Politik spricht. Der 23 Jahre alte Informatikstudent darf sich zu den Piraten der ersten Stunde zählen: Im Juni 2009 trat er der Partei bei. „Damals hat das kaum jemand registriert, dass sich eine neue Partei gegründet hat“, erinnert sich Kazior. Nun liegen die Piraten in Umfragen landesweit bei neun Prozent. „Damit hatte ich nicht gerechnet. In den Landtag werden wir wohl einziehen“, sagt Kazior. Als Grund sieht er die „totale Transparenz und die Bürgernähe“.

Auf diese beiden Themen legt Kazior größten Wert: „Wir wollen den Bürgern zeigen, dass sie auch selbst etwas entscheiden können und nicht alles in den Hinterzimmern von Lobbyisten entschieden wird.“ Jedes Thema werde an die Basis weitergegeben. Ziel der Piraten müsse es sein, alle Ideen ernst zu nehmen und darüber abzustimmen. „Die Schnapsideen werden so schnell aussortiert“, meint Kazior. Die Ideenvielfalt verdanken die Piraten seiner Ansicht nach dem Umstand, dass bislang nicht alle Eckpunkte vom Parteiprogramm abgedeckt werden.

Die Wähler seien ihm bislang sehr offen und positiv begegnet. „Wenn wir in Dormagen mit unserem Infostand auf der Straße stehen, dann sind viele überrascht, dass es uns auch hier gibt“, sagt Kazior. Die meisten Leute suchten die Diskussion und stellten viele Fragen. Kazior: „Wir stellen immer wieder fest, dass unsere Positionen von den anderen Parteien falsch wiedergegeben werden.“ Deshalb gehe es oft darum, die Inhalte des Parteiprogramms richtigzustellen und zu erklären.

Sollte Kazior Landtagsabgeordneter werden, möchte er sich um die Erneuerung der Schullandschaft bemühen. Dabei schwebt ihm ein Modell mit Ähnlichkeiten zur Gesamtschule und einem Kurssystem wie an Hochschulen vor. „Warum soll jemand auch alle anderen Fächer wiederholen, wenn er in Mathematik durchgefallen ist? Das ergibt keinen Sinn“, sagt Kazior. Ein weiteres Anliegen ist ihm die Reformierung des Personennahverkehrs. Kazior: „Wir wollen, dass jeder ohne Ticket den ÖPNV benutzen kann.“ Die Kosten sollen dann statt vom einzelnen Fahrgast als Kopfpauschale von allen Steuerzahlern zusammengetragen werden. Da Kazior nicht auf der Landesliste der Piraten steht, müsste er zur Umsetzung der Pläne das Direktmandat gewinnen. Damit rechnet er jedoch nicht: „Ich habe mich für das nächste Semester an der Hochschule Niederrhein eingeschrieben.“