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Poetisches Projekt: Zonser Kulturpfad eröffnet

Poetisches Projekt: Zonser Kulturpfad eröffnet

Entlang der östlichen Stadtmauer zieren Literatur-Stelen aus Aluminium den Weg.

Dormagen. Dass zur Einweihung des Zonser Kulturpfades Nieselregen einsetzte, passte nicht nur zum bisherigen Verlauf des Sommers, sondern auch zum Tenor der zwölf Literatur-Stelen, die jetzt den Wallgraben entlang der östlichen Stadtmauer zieren.

Sie befassen sich im Jahr 2011, angelehnt an die eng mit dem Rhein verwobene Zonser Geschichte, mit dem Thema Wasser. In nur neun Monaten hat der Verein Kultur- und Heimatfreunde Zons das poetische Projekt mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren verwirklicht.

Mit der Obrigkeit musste das Projektteam so manchen Kampf ausfechten. Denn das Rheinische Landesamt für Denkmal- und Bodenpflege befand zunächst, die Aluminiumstelen beeinträchtigten den Blick auf die östliche Stadtmauer und damit deren Denkmalwert, und protestierte gegen die Aufstellung. Als Kompromiss wurden die zwölf Aluminium-Aufsteller nun auf der von der Stadtmauer abgewandten Seite in die Erde gebracht.

Der Vorsitzende des Dormagener Kulturausschusses, Reinhard Hauschild, betonte in seiner Ansprache dann auch den historischen Wert der Stadt Zons ebenso wie die Tatsache, dass kulturelles Leben ohne Neuerungen nicht denkbar sei.

Kulturpfad und Denkmal ergänzten einander, sagte Hauschild: „Wer den Wallgraben begeht, weiß insbesondere mit Blick auf Stadtmauer und Türme, dass er sich im Bereich einer mittelalterlichen Wehranlage befindet. Da stören die zurückhaltend gesetzten Stelen des Kulturpfades nicht, sondern sie laden vielmehr zu längerem Verweilen ein, sie regen zum Lesen und Denken an, sie schaffen ein Klima geistiger Aktivität und Aufgeschlossenheit.“

Philosophische Gedanken über Wasser als Grundstoff des Lebens, visionäre, weil im 19. Jahrhundert entstandene Überlegungen zum Wasser als unerschöpfliche Energiequelle und humoristische Bonmots zieren die zwölf Stelen zwischen Rhein- und Krötschenturm.

Die Texte lassen unter anderem Heraklit, Laotse, Jules Verne und Mark Twain zu Wort kommen. Einmal jährlich wird die Beschriftung ausgetauscht, dann wechselt auch das Thema. „Wir können uns durchaus vorstellen, Mundart zu präsentieren oder gemeinsam mit unseren Partnerstädten Toro, St. André und Stevensweert Texte zweisprachig vorzustellen“, kündigte Karl Kress an.