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Palliativmedizin: Einsatz für eine Kultur der Fürsorge

Palliativmedizin: Einsatz für eine Kultur der Fürsorge

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann unterzeichnete eine Charta zur Betreuung schwerstkranker Menschen.

Dormagen. In Dormagen haben schwer kranke Menschen mit der Hospizbewegung, dem ambulantem Palliativzentrum und der Palliativstation am Kreiskrankenhaus in Hackenbroich drei Anlaufstellen, wo sie und ihre Angehörigen auf Hilfe und Beistand hoffen können. Jetzt hat Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann im Rahmen der Ratssitzung auch die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterschrieben.

„Die Unterschrift des Bürgermeisters hat für uns eine große Bedeutung, denn wir erhoffen uns tatkräftige Unterstützung seitens der Stadt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen und ärztliche Koordinator des ambulanten Palliativzentrums, Dr. Udo Kratel, der die Charta in der Ratssitzung vorstellte. Unterstützung seitens des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung könnte die Hospizbewegung brauchen, etwa wenn es um die Sicherung der Palliativstation am Kreiskrankenhaus in Hackenbroich sowie der ambulanten Hospiz- und Palliativarbeit geht.

Das Ziel der Charta ist es, die Betreuungsziele bundesweit innerhalb von zwei bis drei Jahren vor Ort umzusetzen. Zu den Rechten, die in der Charta angemahnt werden, gehört das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Ein Sterbender müsse sich darauf verlassen können, dass seine Vorstellungen, Wünsche und Werte respektiert werden. Dazu gehörten verschiedene Rahmenbedingungen, aber auch juristische Regelungen.

Konkret möchten die Unterzeichner der Charta sich dafür einsetzen, dass dem Bestreben nach einer Legalisierung der Tötung auf Verlangen (aktive Sterbehilfe nach holländischem Muster) eine Perspektive und eine Kultur der Fürsorge und des menschlichen Miteinanders entgegen gestellt wird.

Weitere Ziele der Unterzeichner sind die Bereitstellung der Versorgungsstrukturen für alle Betroffenen und vor allem die Versorgungskontinuität der verschiedenen Stellen durch Vernetzung zu gewährleisten. Unter anderem möchte man sich dafür einsetzen, dass das Personal, das schwerstkranke Menschen betreut, an Aus-, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen kann. Inzwischen haben mehr als 600 Institutionen sowie mehr als 2500 Einzelpersonen die Charta unterschrieben.

Bei der Vorstellung der Charta plädierte Dr. Udo Kratel dafür, sich für all jene einzusetzen, die keine Lobby mehr haben. „In Dormagen sind wir auf einem sehr guten Weg bei der Umsetzung der Charta“, sagte Kratel. Gleichzeitig warb er dafür, die Hospiz- und Palliatividee weiter zu verbreiten.