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Neuplanung in Dormagen: Größere Kita für Lernort Horrem

Neuplanung in Dormagen : Kita soll um zwei Gruppen größer ausfallen

Nach dem Stopp wegen zu hoher Kosten wird nun neu geplant.

(schum) Die Mitglieder des Eigenbetriebsausschusses, der für das städtische Bauen in Dormagen zuständig ist, hat die Planungen für den Lernort offiziell aufgehoben. Zuvor hatte Bürgermeister Erik Lierenfeld das Projekt gestoppt, weil dort die Kosten explodiert waren. Der Lernort wird auf „Null“ gesetzt. Bei den neuen Planungen soll nach dem Willen der Politik die auch zu diesem Verbund gehörende neue Kindertagesstätte größer ausfallen als bisher vorgesehen. Die Rede ist von sechs statt bisher vier Gruppen.

Kosten explodierten in den vergangenen Jahren

Für den Eigenbetrieb fasste dessen Leiter Frank Wolfgramm die drei Gründe zusammen, die für den Stopp und eine neue Herangehensweise sprechen. Der Hauptgrund sind die Finanzen. Im Jahre 2014 war das von viel Öffentlichkeit begleitete Projekt eines Lernortes (Neubau einer viergruppigen Kita mit integriertem Begegnungszentrum, Umgestaltung des Schulhofes und energetischen Sanierung der Hülle der Christoph-Rensing-Grundschule und der OGS) mit einem Kostenansatz von 2,7 Millionen Euro gestartet.

In den folgenden Jahren wurden die Anforderungen immer wieder verändert und angehoben (u.a. Sanierung der Sporthalle, Erweiterung der Sanierung der Grundschule). 2018 lagen die Kosten schon bei 12,7 Millionen Euro. Bei einer Bausubstanzuntersuchung wurden dann Mängel festgestellt, die, inklusive eines Risikozuschlags, zu einer neuen Kostenschätzung von insgsamt 20,8 Millionen Euro führte.

Unklar ist, ob Förderung durch das Land weiter bestehen bleibt

Ein zweiter Grund ist, dass das erstellte Raumprogramm den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Der dritte Punkt war die bisherige Erfahrung mit Sanierungen im Bestand (Beispiel Sekundarschule). Alleine die Beseitigung von Substanzmängeln werden vom Eigenbetrieb mit 3,3 Millionen Euro veranschlagt. „Dabei sind die Risikien unberücksichtigt“, sagt Wolfgramm, „die sich aus Dachkonstruktion, den Bauwerkabdichtungsmaßnahmen der Grundschule sowie an der OGS ergeben.“

Unklar ist bis heute, wie sich die Neuorientierung auf die finanzielle Förderung durch das Land auswirkt. „Dazu hat die Verwaltung nichts gesagt“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Weber.

Die bisherige zugesagte Förderung bezog sich auf eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen. „auch ohne Fördergeld sollten wir mit sechs Gruppen planen.“

Eine Aufstockung der Gruppengröße hält auch Martin Voigt, Sprecher der SPD in der Eigenbetriebsausschuss-Sitzung, für den richtigen Weg: „Der Bedarf ist einfach da.“ Auch im Hinblick auf neue Baugebiete in der Stadt.

(schum)