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Neues Kreisarchiv - Ein offenes Haus der Geschichte

Neues Kreisarchiv - Ein offenes Haus der Geschichte

Der neue Kreisarchivar Stephen Schröder will die Archivpädagogik ausbauen.

Dormagen. Seit Anfang des Jahres ist Stephen Schröder Leiter des Kreisarchivs im Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss in Zons. Dort wird sowohl die historische Überlieferung des Rhein-Kreises als auch die der Stadt Dormagen aufbewahrt. Als Nachfolger von Karl Emsbach spricht der 38-Jährige im Interview mit der WZ über seinen Start in Zons und seine Pläne für das Archiv.

WZ: Herr Schröder, Sie kommen aus Baden-Württemberg. Warum arbeiten Sie jetzt im Rheinland?

Schröder: Durch das Studium in Bonn und Köln hat es mich in das Rheinland verschlagen. Die offene Art der Menschen hat mir gefallen. Deshalb war für meine Frau und mich klar, dass wir hier leben wollen.

WZ: Warum das Archiv im Rhein-Kreis Neuss?

Schröder: Ich wollte immer in ein rheinisches Kommunalarchiv. Die Ausschreibung hörte sich nach der perfekten Stelle an. Zu meiner großen Freude hat es geklappt.

WZ: Sind sie zufrieden mit dem Start?

Schröder: Der Start war sehr gut. Die Mitarbeiter haben mich freundlich aufgenommen. Viele sind lange hier, was die Arbeit einfacher macht. Durch die Arbeit meines Vorgängers Karl Emsbach ist das Archiv in einem guten Zustand. Ich will fortführen, was er aufgebaut hat, und darüber hinaus eigene Akzente setzen.

WZ: Was sind Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Schröder: Mir schwebt vor, die Archivpädagogik auszubauen. Wir wollen Angebote an Schulen machen, was z. B. Führungen oder inhaltliche Projekte angeht. Dazu wollen wir aktiv an die Schulen herantreten und den Kontakt intensivieren.

WZ: Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?

Schröder: Ein großes Feld ist die elektronische Archivierung. Überall stellen die Verwaltungen heute auf elektronische Vorgangsbearbeitung um. Im Extremfall gibt es bald zu einem Vorgang keine analogen Dokumente mehr. Da stellt sich die Frage, wie solche elektronischen Unterlagen gesichert und archiviert werden. Das ist konzeptionell und technisch eine große Herausforderung.

WZ: Wie ist das Archiv im Rhein-Kreis Neuss insgesamt aufgestellt?

Schröder: Für ein Kommunalarchiv stehen wir gut da. Der Rhein-Kreis Neuss hat ein erkennbares Interesse am Archiv. Beschäftigen werden uns die bekannten Neubaupläne. Da unser Archiv in absehbarer Zeit keine Kapazitäten mehr hat, benötigen wir neue Lagermöglichkeiten.

WZ: Wie sieht das Kreisarchiv in zehn Jahren aus?

Schröder: Ich möchte, dass das Archiv ein offenes Haus der Geschichte ist. Dieser schon bestehende Charakter soll ausgebaut werden. Jeder interessierte Bürger, aber auch Vereine und Schulklassen sollen das Archiv besuchen. Für Führungen, für Veranstaltungen oder zur eigenen Recherche. Archive sind aus meiner Sicht vor allem dazu da, von den Bürgern genutzt zu werden.