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Musikzug gibt seit 50 Jahren den Ton an

Musikzug gibt seit 50 Jahren den Ton an

Das Jubiläum des 35-köpfigen Ensembles wird am Sonntag groß gefeiert. Breiter Querschnitt an musikalischem Repertoire.

Dormagen. Viel hat sich verändert seit dem 24. August 1961, als sich Karl Reynartz und andere Musikbegeisterte in der Alten Feuerwache am Marktplatz zum Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Dormagen zusammenschlossen. „Früher haben wir hauptsächlich Märsche und Polka gespielt, dann waren Filmmusiken und Operetten in, heute ist wieder Marschmusik gefragt“, hat Helmut Reynartz beobachtet. Der Tenorhornist ist der Sohn des Gründers und gemeinsam mit dem Baritonhornisten Bernhard Benoit einer der letzten Männer der ersten Stunde.

Für Reynartz, der 37 Jahre lang musikalischer Leiter der Kapelle war, und das gesamte Ensemble steht der musikalische Anspruch im Vordergrund. „Schließlich haben wir schon einige Profimusiker hervorgebracht.“ So gehörte etwa Albert Detmer, Schlagzeuger der Stimmungsband „Rabaue“, dem Musikzug an.

Die Kapelle wuchs in den ersten Jahren ihres Bestehens stetig, genau wie die Anzahl von Zuhörern bei vielen Freiluft- und Platzkonzerten vor dem Rathaus oder an Ausflugslokalen. Mitte der 80er Jahre zählte der Musikzug 46 Mitglieder und füllte bei seinen Auftritten problemlos weit über 500 Sitzplätze in der Aula des städtischen Gymnasiums. Das heute 35-köpfige Ensemble besetzt nahezu sämtliche in der Blasmusik notwendigen Instrumente: Trompete und Flügelhorn, Posaune, Bariton- und Tenorhorn oder Tuba, Klarinette, Flöte, Saxophon bis hin zum Schlagzeug — in Extremsituationen gar bis zum Gesang.

Dementsprechend vielfältig ist das Repertoire. Es reicht von Marschmusik über Polkas und Karnevalsmusik, über Egerländer und Bayrische Blasmusik bis hin zu Chorälen, Weihnachtsmusik, Filmmusik und konzertanten Werken von Klassik bis Pop.

Und während viele Zuhörer beim Graf-Waldersee-Marsch, der Polka „Böhmischer Traum“ oder dem Gassenhauer „Rosamunde“ auf den Tischen stehen, freuen sich die Musiker auch über willkommene Erweiterungen des Repertoires, etwa die „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Ein Mix, der auch junge Musiker anspricht.

Florian Brans ist 18 Jahre alt und seit acht Jahren dabei. „Ich mag es, hier mit verschiedenen Altersgruppen zusammen zu sein“, sagt der junge Trompeter, der seinerseits bereits für Nachwuchs in der Kapelle gesorgt hat: Er hat vor einigen Jahren Vater Martin rekrutiert. Der ist heute sogar Vorsitzender des Musikzuges und sagt: „Ich finde es spannend, mit anderen gemeinsam Musik zu machen. Und wenn etwas Gutes dabei herauskommt, ist das ein Erfolgserlebnis.“