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Massiver Anstieg der Straßenkriminalität

Massiver Anstieg der Straßenkriminalität

Dormagener Polizei verzeichnete 2011 387 Fälle mehr als 2010. Hauptursache sind Sachbeschädigungen wie Schmierereien.

Dormagen. Drei Monate nach seinem Amtsantritt hätte Achim Glaubitz lieber eine positive Entwicklung vermeldet. Doch an den Zahlen, die der Polizeichef jetzt im Hauptausschuss präsentierte, ist nicht zu rütteln.

4580 Verstöße gegen das Gesetz listet die Dormagener Kriminalitätsstatistik für 2011 und damit 763 Delikte mehr als im Jahr zuvor. Einem Rückgang bei Gewalttaten steht dabei ein sprunghafter Anstieg in den Bereichen der Sachbeschädigung und Betrugsfälle gegenüber. Immerhin: Auch die Aufklärungsquote ist um 2,9 Prozentpunkte auf 48,6 Prozent gestiegen. „Zwar lässt sich der Fallanstieg nicht ganz relativieren, wir nähern uns aber der Struktur im Rhein-Kreis Neuss an“, sagt Glaubitz, der zu Jahresbeginn aus der Kreispolizeibehörde in Neuss auf die Dormagener Wache gewechselt ist.

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass insbesondere Delikte im öffentlichen Raum, im Polizeideutsch unter „Straßenkriminalität“ gelistet, massiv zugenommen haben (1477 Fälle gegenüber 1 090 im Jahr 2010). „Hauptgrund dafür ist die Sprayer-Serie in Zons“, erläutert Glaubitz. Dort hatten Vandalen im September und Oktober 2011 über 100 Autos mit silberner Farbe besprüht. Die Serie steht offenbar vor der Aufklärung. „Wir haben einen tatverdächtigen jungen Mann ermittelt“, bestätigt der Dormagener Polizeichef.

Insgesamt 443 Fälle von Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen verzeichnet er für 2011, nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr (224). Ungleich höher noch nimmt sich der Anstieg bei Sachbeschädigung im öffentlichen Raum aus, wozu auch Graffiti zählt. Die Zahl der Schmierereien hat sich 2011 auf 260 Fälle verzehnfacht.

1793 Diebstähle wurden 2011 in Dormagen begangen. Das waren 102 mehr als im Vorjahr, wobei sich der Anstieg nahezu ausschließlich durch verstärkten Fahrradklau (plus 98 Fälle) erklären lässt, die Zahl der Wohnungseinbrüche dagegen zurückgegangen ist. „Ein Fahrrad, das nicht an einem festen Gegenstand angeschlossen ist, ist überhaupt nicht gesichert“, ermahnt Polizeichef Glaubitz. Auch in Dormagen bietet die Polizei regelmäßig kostenlose Codieraktionen an, bei dem ein aus individuellen Daten des Besitzers bestehender Code in den Rahmen graviert wird. Dieser ermöglicht es der Polizei, ein aufgefundenes Rad dem rechtmäßigen Besitzer zuzuordnen.

Eine erfreuliche Aufklärungsquote vermeldet Polizeihauptkommissar Glaubitz im Bereich der Betrugsdelikte. „Wir konnten 77,5 Prozent der insgesamt 702 Betrugsfälle aufklären, das ist die beste Quote der vergangenen Jahre“, sagt der 53-Jährige. Allein 338 Schwarzfahrern (plus 201 gegenüber 2010) kam man durch verstärkte Kontrollen auf die Spur.

Auch die Gefahr für Leib und Leben der Dormagener ist 2011 gesunken. Das legt zumindest die Statistik nahe, die einen Rückgang der Gewaltkriminalität auf 126 Taten (zehn weniger als im Vorjahr) ausweist. In 79,4 Prozent der Fälle konnte die Polizei den oder die Täter dingfest machen. Damit verbesserte sich die Aufklärungsquote in diesem Deliktfeld um 5,1 Prozentpunkte. Insgesamt nahm die Dormagener Polizei im vergangenen Jahr 1621 Tatverdächtige ins Visier, denen 2227 Straftaten zur Last gelegt wurden. Glaubitz: „Wir haben es also mit einer erheblichen Zahl von Mehrfachtätern zu tun.“