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Mahnmal in Dormagen: 10+1 Bäume für die NSU-Opfer

NRW : „10+1“ Bäume erinnern an die Opfer der NSU

Das „10+1“-Mahnmal im Beethovenpark setzt ein Zeichen gegen Rassismus. Das Mahnmal wurde am Freitagabend von Bürgermeister Erik Lierenfeld, dem Vorsitzenden des Integrationsrates und vielen mehr eröffnet.

Zehn Magnolienbäume und ein Amberbaum stehen nun im Beethovenpark und setzen ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Am Freitag eröffneten Volker Lewerenz, Leiter des Fachbereichs Integration, Bürgermeister Erik Lierenfeld, Mehmet Güneysu, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Dormagen, gemeinsam mit vielen weiteren Bürgerinnen und Bürger das Mahnmal. Die Baumformation erinnert die Stadt Dormagen an die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und alle weiteren Opfer rechtsextremistischer Gewalt.

Zu Beginn der Veranstaltung hat Volker Lewerenz das Wort und erklärt: „Die zehn Magnolien stehen für die zehn Menschenleben, die der mörderisch Streifzug der NSU gekostet hat. Der Amberbaum in der Mitte dieser Bäume steht für alle unbekannten Opfer von Rassismus und Rechtsextremismus. Die Baumkronen werden über die Jahre zusammenwachsen und eine Einheit bilden.“ Ernste Worte findet auch Bürgermeister Erik Lierenfeld: „Wir möchten der Opfer gedenken, zu jedem dieser Menschen, ob bekannt oder unbekannt, gehörte eine Familie – das Leid und die Sorge, die diese Menschen ertragen mussten, ist nicht ermessbar.“ Es sei wichtig, sich für ein tolerantes und buntes Dormagen einzusetzen und jede Form von Rassismus abzuweisen. „Rassismus und Rechtsextremismus ist keine Meinung. Rassismus beginnt nicht bei Mord, sondern bereits im
Kleinen.

Technische Betriebe wählten Standort des Mahnmals aus

Im Fußballstadion, in der Schule oder im Biergarten.“ Jeder einzelne stehe in der Verantwortung, dies nicht zuzulassen. „Die Hemmschwelle ist extrem gesunken, wenn ich sehe, was teilweise in den Sozialen Medien abgeht, dann schäme ich mich fast für unser Land. Engagement für Vielfalt und Toleranz muss gefördert werden. Antisemitismus und Rassismus darf nicht zur Normalität werden, sondern wir müssen täglich dagegen kämpfen. Dafür brauchen wir dieses Mahnmal in Dormagen.“ Christiane Sommer und ihr Team der Technischen Betriebe Dormagen haben den Standort des Mahnmals ausgewählt und die Bäume gepflanzt. Den Anstoß für das Projekt gab der Integrationsrat. Mehmet Güneysu sagt: „Die Bekämpfung von Rassismus ist erneut eine große Herausforderung geworden in den letzten Jahren. Die Stadt Dormagen stellt mit diesem Mahnmal wiedereinmal ihre Weltoffenheit unter Beweis und erteilt Rassismus eine klare Absage. Der Integrationsrat hat einen politischen Auftrag, doch eine Stadt muss diesen auch annehmen. Das ist nicht in jeder Stadt so. Junge Menschen werden die Fahne übernehmen und weiterführen müssen und gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass Extremismus keinen Raum hat.“

Andrea Hurtz, Schulleiterin der Bertha-von-Suttner Gesamtschule, nimmt stellvertretend für die anderen Schulen in Dormagen an der Eröffnung teil. „Es ist wichtig, dass das Bewusstsein in Dormagen noch einmal aufgerüttelt wird. Rassismus betrifft nicht nur die Vergangenheit, sondern auch unsere Zeit. Der Baum ist ein Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir solche Taten zukünftig vermeiden. Ich freue mich darüber, dass mit diesem Mahnmal ein Lernort im Grünen für die Schülerinnen und Schüler entstanden ist.“ Nach den Worten seiner Schulleiterin wendet Schüler Vincent Stange sich mit einem Gedicht beziehungsweise einem „Poetry Slam“ an die Anwesenden. „Der Kampf gegen Rassismus ist noch immer ein Prozess“, so Stange. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von den Jazz-Musikern Jakob Kühnemann und Jens Böckamp. „Wir sind dankbar dafür, dass wir bei so einer Veranstaltung spielen dürfen“, sagen die
Musiker.

Auch Dormagens Polizeichef Ralph Schelkmann wohnte der Mahnmal-Eröffnung bei. Genau wie diverse Politiker der verschiedenen Parteien, wie beispielsweise SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Dries, CDU-Mitglied René Schneider oder Carina Hogrebe (FDP).