1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Dormagen

Jugendhilfezentrums Raphaelshaus: „Wir haben viel erreicht“

Jugendhilfezentrums Raphaelshaus: „Wir haben viel erreicht“

Das Raphaelshaus zieht Bilanz.

Dormagen. Zufrieden blickt Hans Scholten, Leiter des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus, auf das zu Ende gehende Jahr zurück: "Wir haben viel erreicht." Eine der größeren Herausforderungen sei dabei die Gründung einer neuen "Kick-Off-Gruppe" gewesen.

Hierfür musste ein Haus an der Römerstraße kernsaniert und ausgebaut werden. Doch die Ergebnisse der Arbeit sind an den neuen, modern eingerichteten Räumlichkeiten sichtbar, die bereits seit dem Spätsommer von sieben Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren bewohnt werden.

Das Kick-Off-Konzept, in zwei Jungen-Gruppen bereits seit Jahren erfolgreich erprobt, sieht eine intensive Betreuung von verhaltensauffälligen Jugendlichen vor. Zu einem strukturierten Gruppenalltag gehören dabei der gemeinsame Schulbesuch ebenso wie sportliche Außen-Aktivitäten und Ausflüge an mindestens 60 Tagen im Jahr. Nun werde es zum ersten Mal auch bei Mädchen angewandt.

Der Begriff Kick-Off, der aus dem American Football kommt und den Anstoß bezeichnet, sei Namenspate für das Konzept. "Kick-Off steht für den Spielbeginn und soll symbolisch sein für einen Neuanfang der Jugendlichen, die zuvor oftmals mit Kriminalität in Kontakt gekommen waren", sagt Dorothe Rothköter, Bereichsleiterin der ersten Kick-Off-Gruppe für Mädchen.

Ein weiteres Projekt im Jahr 2010: die Renovierungsarbeiten am Bauernhof bei Wissen an der Sieg, der dem Raphaelshaus von einem Priester geschenkt worden war. Hier hätten auch viele der 270 vom Raphaelshaus betreuten Kinder und Jugendlichen selbst mitgeholfen, sagt Scholten. "Dabei hatten sie viel Spaß - und noch wichtiger: das Gefühl, gebraucht zu werden."

Dass die Jungen der Kick-Off-Gruppen den Elisabeth-Preis erhielten, gehörte wohl ebenfalls zu den erfreulichen Momenten des Jahres. Sie hatten ihn für ihre Hilfsarbeit beim Beseitigen der Schäden des Weichsel-Hochwassers in Polen bekommen.

Scholten hat aber auch Sorgen: Vor allem der Fachkräftemangel gehöre zu den Bedrohungen für eine erfolgreiche Arbeit der Jugendhilfe.