Energieversorgung Dormagen: Gebühren für Trinkwasser neu berechnet

Versorgung in Dormagen : Versorger ändert Wassergebühren

Den Grundpreis wird erhöht. Beim Verbrauch können viele Kunden sparen.

Die Energieversorgung Dormagen (evd) ändert zum 1. Januar ihr Trinkwasser-Tarifsystem: Der Fixkosten-Anteil steigt, aber gleichzeitig sinkt der Preis für die Wassermenge. „Wir wollen durch die Umstellung nicht mehr Erlöse erzielen, sondern größere Kostengerechtigkeit für die Verbraucher und höhere Investitions-Sicherheit für unsere Infrastruktur erreichen“, betont evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann.

Bei den meisten Normalkunden liege der Unterschied zum jetzigen Modell bei weniger als einem Euro pro Monat. Viele Kunden, so Einfamilienhausbesitzer mit durchschnittlichem Wasserverbrauch, würden ab Januar weniger für das Trinkwasser zahlen als bisher, während andere, wie Gewerbetreibende, womöglich etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Diekmann sagte außerdem zu: „2020 und 2021 wird es keine Erhöhung der Trinkwasserpreise geben.“

Der Wasserverbrauch in Dormagen liegt trotz steigender Einwohnerzahl seit Jahren konstant bei etwa drei Millionen Kubikmetern, der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt also stetig. Die Kosten für die technischen Anlagen, Neubau, Wartung und Instandhaltung des Wassernetzes sind jedoch enorm. „Ein Großteil der Kosten entsteht unabhängig von der gelieferten Wassermenge“, erklärte Diekmann. Er stellte die evd-Kostenstruktur, die zu 80 Prozent aus Fixkosten besteht, dem bisherigen Tarifsystem gegenüber, das zu 30 Prozent auf dem Grundpreis und zu 70 Prozent auf dem Mengenpreis basiert: „Das bildet die tatsächliche Kostenstruktur nicht ab.“ Bisher kam es auf die verbrauchte Menge und die Größe des Zählers an. Eine Familie in einem Zweifamilienhaus bezahlt derzeit mehr als eine Familie im Mehrfamilienhaus. Das Tarifsystem soll zum Jahreswechsel auf eine 50:50-Verteilung umgestellt werden.

Versorger muss in Anlagen
und Infrastruktur investieren

„Um die hohe Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit dauerhaft aufrecht zu erhalten, müssen wir in Anlagen und Infrastruktur investieren. Dafür benötigen wir Planungssicherheit, die nur gewährleistet ist, wenn den fixen Kosten fixe Einnahmen gegenüberstehen“, betonte Diekmann. Daher werden alle Kunden „verursachungsgerechter an den Vorhaltekosten beteiligt“, so der evd-Geschäftsführer. „Wir wollen eine passgenaue Umstellung ohne große Auswirkungen“, erklärte
Diekmann.

Für das neue Tarifsystem wurde der Brutto-Mengenpreis um 46 Cent von bisher 1,69 Euro je Kubikmeter auf 1,23 Euro gesenkt.

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