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Einkaufen in Dormagen: In Horrem droht Versorgungslücke

Dormagen : Für Edeka wird Nachfolger gesucht

Mit Edeka Geurtz wird ein kleiner, aber gerade bei Älteren beliebter Lebensmittelmarkt zum Jahresende schließen. Wie es weitergeht, ist völlig ungewiss. Die städtische Wirtschaftsförderung sieht keine großen Probleme für Horrem.

Bislang gilt Horrem – mit mehr als 9000 Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Ortsteile der Stadt – als Standort mit einer guten Nahversorgung für die Menschen. Das wird sich zum Jahresende erheblich verändern: Denn der an der Heesenstraße gelegene Edeka-Lebensmittelmarkt Geurtz wird schließen. Wie es dann an diesem Standort weitergeht, ist derzeit völlig ungewiss. Als Hauptbetroffene dürften sich vor allem Senioren sehen, die aus dem Quartier den kurzen Fußweg dorthin schätzen.

Der Grund für die Schließung ist ein ganz einfacher: Die Inhaberin, die seit Jahren den Markt führt, zieht sich aus Altersgründen zurück. Gleichzeitig läuft zum 31. Dezember der Mietvertrag aus. Für Edeka ist das die Gelegenheit, sich von diesem Standort gänzlich zu verabschieden: „Da der Standort aufgrund seiner Größe leider nicht dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben sein wird, verlängern wir den Mietvertrag nicht“, heißt es aus der Edeka-Zentrale in Moers. Das heißt, selbst im Falle eines Interessenten, der diese Filiale gerne weiterbetrieben hätte, würde das Unternehmen nicht mitspielen.

Netto-Markt am Bahnhof und
Hit-Markt im Gewerbepark

Wie geht es weiter? Nach Meinung der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt (SWD) ist der drohende Leerstand zwar ein „wichtiges Thema“, wie Geschäftsführer Michael Bison sagt, der aber gleichzeitig betont: „Die Nahversorgung in Horrem ist gut.“ Damit spielt er auf den Netto-Markt am Bahnhof ebenso an wie auf den etwas weiter entfernt gelegenen Gewerbepark Top-West mit dem dortigen Hit-Markt.

„Da droht kein Engpass“, so Bison. Gleichwohl sei man in Gesprächen mit dem Eigentümer der Immobilie. „Wir halten es für realistisch, dass dort etwas passiert.“ Klar ist, dass das bestehende Ladenlokal nicht so bleiben kann, vielmehr ist eine deutliche Erweiterung notwendig, „was mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden sein wird.“

Fläche umfasst städtisches
und privates Eigentum

Im aktuellen Einzelhandelsgutachten sprechen sich die Verfasser eindeutig für einen Ausbau dieses Standortes aus. Ziel müsse es sein, heißt es, durch „Umstrukturierung des Supermarkt-Standortes eine Ausweitung der Gesamtverkaufsfläche um rund 700 bis 800 Quadratmeter auf im Ergebnis rund 1200 bis 1300 Quadratmeter zu erreichen. Die jetzige Fläche wird als „nicht mehr marktgängig“ bezeichnet.

Das Areal gilt bei Gutachter und Stadt grundsätzlich als „potenzieller Entwicklungsstandort“. Die Fläche umfasst sowohl städtisches als auch privates Eigentum, so dass, so mutmaßen die Gutachter der Einzelhandelsstudie „nicht von einer kurzfristigen Umsetzung auszugehen ist“. Allerdings gebe es rückwärtige Flächen, die im Besitz der Stadt sind und somit kurzfristig zur Verfügung stehen.

In dem Gutachten ist auch die Rede von einer Standortdiskussion zur Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters im Kreuzungsbereich von Knechtstedener Straße und Am Rübenweg, wo ein Fitnessstudio ansässig ist. Davon raten die Gutachter jedoch ab.