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Dormagen: Werbegemeinschaft fordert Solidarität bei Händlern ein

Einzelhandel in Dormagen : Neuer CiDo-Vorstand fordert Solidarität ein

Der neue Vorstand der Werbegemeinschaft entwickelt einen Sieben-Punkte-Plan.

Vierundsechzig Minuten. Diese Zeit reichte am Mittwochabend, um die Werbegemeinschaft der Innenstadt wieder neu zu beleben. Denn in der außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der 28 Stimmberechtigte (von 64 Mitgliedern insgesamt) im „Ratskeller“ zusammen kamen, wurde das monatelang drohende Aus der City-Offensive Dormagen (CiDo) abgewendet. Das Sextett, dass sich unerwartet im Vorfeld als Vorstands-Kandidaten-Team präsentiert hatte, wurde mit großer Mehrheit gewählt, daraus ist sogar ein Septett geworden. „Die Auflösung ist keine Lösung“ – diese Losung hatte Guido Schenk bereits im Vorfeld ausgegeben, und so sah es auch die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer.

Beim bisherigen Vorstand um den Vorsitzenden Robin Zur und Stellvertreter Erik Krüger herrschte Erleichterung über diesen Weg. Ein anstrengendes Auflösungsverfahren blieb ihnen so erspart. Der neue Vorsitzende sparte nicht mit Lob, sondern bedankte sich einen Tag später bei Krüger für dessen Einsatz, der maßgeblich die CiDo-Arbeit in den vergangenen Wochen bewältigt hatte. „Das war nicht selbstverständlich“, so Schenk, denn die Vorgänger hatten bereits im Frühjahr ihren Rücktritt erklärt. Die sieben neuen Vorstandsmitglieder (wobei Beisitzer Stefan Schmidtmeyer auch dem vorherigen Vorstand angehörte) betonen den Teamcharakter. Dennoch mussten dem Vereinsrecht nach Posten vergeben werden: Guido Schenk erhielt 86 Prozent der Stimmen, seine Stellvertreterin, Apothekerin Carola Bley, 92,8 Prozent.

Das neue Team hat sich gleich zu Beginn unter Zugzwang gesetzt

Schenk (63) freute sich über den hohen Anteil an Frauen im Vorstand, denn neben Bley sind auch Steuerberaterin Elke Deutschländer und Heilpraktikerin Nadine Atik-Wolodko als Schatzmeisterin bzw. Schriftführerin mit an Bord. Den Vorstand komplettieren die Beisitzer Heinz Reusrath und Andreas Zöller.

Das neue Team hat sich gleich zu Beginn unter Zugzwang gesetzt. Denn: „Im Frühjahr gibt es die nächste, reguläre Mitgliederversammlung“, sagte Schenk, „dann haben wir gleich eine Erfolgskontrolle. An dem, was wir bis dahin geschafft haben, lassen wir uns messen.“ Versprechungen machen die Neuen keine, sie kamen auch nicht mit Visionen um die Ecke. Aber mit einem Sieben-Punkte-Plan, der „Baustellen“ in der City benennt, die bearbeitet werden sollen. Ziel ist es, Verbesserungen für die Innenstadt zu erreichen. Hilfreich wäre dabei, wenn möglichst viele Händler und Gastronome an einem Strang ziehen würden. Doch nur ein Teil der über 200 Betriebe, die an der Kölner Straße ihr Geld verdienen, ist CiDo-Mitglied und bringt Geld in deren Kasse.

Am Versammlungsabend herrschte Skepsis zum Plan der CiDo-Neuen, die um mehr Solidarität kämpfen wollen. Ihr Plan: Ein freiwilliger Betrag, den diejenigen leisten, die nicht CiDo-Mitglied sind, aber von den Leistungen wie Blumenampeln oder Weihnachtsbeleuchtung profitieren. Sie werden „freundlich angeschrieben“, kündigt Schenk an, der selbst jahrelang Vorstandsarbeit in den diversen Vorgängervorständen geleistet hat und früher Leiter des Stadtmarketings war. „Vielleicht ist es verschenktes Porto. Aber einen Versuch ist es wert.“