Dormagen: Vereine üben Kritik an neuer Miete für die Kulle

Kulturhalle Dormagen : Kritik an Miete für Dormagener Kulturhalle

Mit der Gebührenordnung für städtische Veranstaltungsorte soll die Kulle kosten.

Dass Vereine erstmals Miete für die städtische Kulturhalle zahlen müssen, hat Kritik hrevorgerufen. Die Stadt hat 200 Euro für Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine pro Tag in der Kulle vorgeschlagen, kommerzielle Anbieter müssen demnächst mit 450 Euro rechnen. Einige Vereinsvertreter, so auch Volkmar Hess vom Internationalen Phono- und Radiomuseum und Initiator der Kultur-Initiative „Dormagen Kulturbunt“, sahen dadurch ihre Veranstaltungen wie die Benefiz-Boogie-Abende in der Kulle oder wie Heinz Pankalla, ehemaliger Vorsitzender der Bürgerstiftung Dormagen, gar die Förderung des Ehrenamtes insgesamt gefährdet.

Diese Gefahr sieht Bürgermeister Erik Lierenfeld nicht: „Ich habe für alle Ehrenamtler Verständnis, die sich um ihre Veranstaltungen sorgen. Aber es wird sicherlich keine kulturelle Veranstaltung wegen dieser Neuregelungen ausfallen“, betont er. Dafür gebe es zur Not den Paragrafen 14: „Bei Härtefällen kann der Bürgermeister entscheiden.“ Bisher sei das bei der noch geltenden Regelung kaum nötig gewesen. „Ausnahmen wird es weiter geben, wir wollen die Vereine nicht schädigen“, sagt er deutlich. Die neue Benutzungs- und Entgeltordnung für Bürgerhäuser und die Überlassung von Räumlichkeiten in städtischen Gebäuden soll erstmals für einheitliche und vergleichbare Gebühren sorgen – so die Idee der Kulturdezernentin Tanja Gaspers.

Stadt will gestiegene Kosten teilweise an Nutzer weitergeben

Außerdem will die Stadt gestiegene Kosten, zum Beispiel für Energie und Hausmeisterdienste, teilweise an die Nutzer weitergeben. „Zudem wollen wir als Stadt auch nicht in Konkurrenz zu den Trägervereinen vom Haus für Horrem oder Johanneshaus treten, die viel investiert haben und auf Mieten angewiesen sind“, führt Bürgermeister Lierenfeld aus.

Die Verwaltung hat bereits erste Änderungswünsche von Fraktionen in die Entgeltordnung eingearbeitet. Da geht es darum, Vereine, die Speisen und Getränke verkaufen, nicht mit der höheren Miete zu belasten. Im Stadtrat wurde auch klargestellt, dass die Märchenspiele Zons „keine 1000 Euro pro Spieltag für die Freilichtbühnen-Nutzung zahlen müssen“, so der Bürgermeister. Da jedoch um Formulierungen gerungen wurde und einiges noch abgesprochen werden muss – und auch insgesamt über die neuen Gebühren beraten werden soll, wurde das Thema vom Stadtrat in den Kulturausschuss 2019 verwiesen.

Eile besteht nicht, wie Bürgermeister Erik Lierenfeld erklärt: „Die bisherigen Regelungen für alle Verantaltungsstätten gelten für das ganze Jahr 2019.“ Er weist damit darauf hin, dass damit die Kulle für Vereine mietfrei bleibt. „Wir haben langfristige Verträge mit den Veranstaltern, daran wollen wir nicht rütteln“, so der Bürgermeister. Für den 1. Januar 2020 soll das System auf die neuen Preise umgestellt werden.