Dormagen: Stadt braucht mehr Geld für Sanierung der Zonser Stadtmauer

Sanierungen in Dormagen : Durch die Stadtmauer am Rheintor-Vorplatz geht ein Riss

Neben der Sanierung an der Westmauer müssen die Denkmalschützer nun auch an anderer Stelle aktiv werden.

Die Zollfeste Zons besticht Besucher durch ihr malerisches Erscheinungsbild, zu dem untrennbar auch die mittelalterliche Stadtmauer gehört. Sie ist jedoch an zahlreichen Stellen sanierungsbedürftig, so hatte der Förderverein Denkmalschutz Zons um den Vorsitzenden Hermann Kienle 2017 insgesamt 256 000 Euro für die Instandsetzung der 600 Jahre alten Westmauer gesammelt: „Zons ist die bedeutendste mittelalterliche Stadt in der Region“, sagte Kienle damals. Doch weitere Arbeiten sind nötig, um die schützenswerte Wand zu erhalten.

So weist die Mauer am Rheintor – gegenüber des Restaurants Volksgarten des Hotels Schloss Friedestrom – einen tiefen Riss auf. Karl-Heinz Stumps, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Denkmalschutz Zons, wollte im Kulturausschuss bei der Einwohnerfragestunde wissen, ob die Stadt nicht die 70 bis 90 Zentimeter breite Kluft schließen könne: „Es dauert nicht mehr lange, bis sie einfällt“, befürchtete Stumps. Laut seiner Berechnung würde eine Sanierung dieser Mauer rund 10 000 Euro kosten: „3000 Euro könnten aus Mitteln über die Sparkassen-Ausschüttung dazukommen“, sagte er dem Ausschuss.

Kämmerin und Kulturdezernentin Tanja Gaspers erläuterte, dass jeder Verein Mittel bei der Stadt beantragen könne: „Darüber berät dann der Hauptausschuss“, erläuterte sie. Der Sachstand zur Mauer müsse beim Eigenbetrieb geprüft werden. Da die Arbeitsbelastung im Eigenbetrieb sehr hoch sei, könne sie noch nicht sagen, wie und wann Abhilfe geschaffen werden könne. Wie Ausschussvorsitzender Karl Kress (CDU) betonte, müsse der Riss überprüft werden, um eventuell auch schnell einzugreifen: „Wenn durch den Mauerriss eine Gefahr ausgeht, muss sofort gehandelt werden.“

Sanierung der Westmauer
war günstiger als geplant

Eine andere Anfrage zur Stadtmauer von Karl-Heinz Stumps konnte Tanja Gaspers sofort beantworten: Warum von den 100 000 Euro Städtebauförderung des Bundes für die Westmauer 40 000 Euro nicht abgerufen worden seien: „Das liegt daran, dass sich die Maßnahme gegenüber dem Kostenvoranschlag vergünstigt hat.“ Gaspers sagte, dass statt der 256 000 Euro nur 218 000 Euro gebraucht worden wären: „Dafür haben wir vom Bund 61 000 Euro Zuschuss erhalten.“ Da die Stadt erst zum Ende der Sanierung die tatsächlichen Kosten erfuhr, „konnten wir nicht einfach ein Stück Mauer dransetzen lassen, um die volle Förderhöhe in Anspruch zu nehmen“.

Die anderen Geldgeber neben dem Bund für den ersten Teil der Westmauer-Sanierung von der Windmühle Richtung Schloßstraße: Rund 90 000 Euro kommen von der NRW-Stiftung und 20 000 Euro von der Kurt-Lange-Stiftung, 31 000 Euro von der Stadt Dormagen und 15 000 Euro an Eigenmitteln vom Denkmalschutzverein. Der Kulturausschuss hatte sich bereits vor einem Jahr einstimmig für die Sanierung eines weiteren Abschnitts, deren Kosten bei 200 000 Euro liegen, ausgesprochen. Dafür sollen Fördermittel beantragt werden.