Dormagen: Stadt bestellt 600 Coffee-To-Go-Becher

Marketingaktion für Dormagen : Dormagen-Becher gegen Müllberge

Die Stadt setzt auf ein Pfandsystem – und Marketing.

Die Pläne für die städtischen Mehrweg-Becher schreiten voran. In den kommenden Monaten sollen 600 wiederbefüllbare Kaffeebecher mit dem Logo der Stadt Dormagen an Gastronomen und Stadtmarketing verteilt werden. Produzieren wird sie die Aachener Firma „Cup Cycle“. Den Zuschlag hat der Stadtrat jetzt bestätigt. Anders als vor zwei Jahren von Linken, Grünen und Piraten vorgeschlagen, wird das Bechersystem nun auch zu Marketingzwecken eingeführt, und nicht vordergründig der Umwelt zu Liebe.

Wie die Becher genau aussehen werden, ist bislang nicht endgültig entschieden. Die Verwaltung hat dazu drei Entwürfe vorgestellt. Sicher ist, dass die Becher mit dem Logo der Stadt bedruckt werden. Unklar ist noch, ob das Logo bunt, schwarz-weiß oder nur weiß wird. Auch über Preis und den Rabatt, den Kunden mit einem Becher in Cafés und Gaststätten erhalten, wird noch in den nächsten Wochen diskutiert. Einige Becher sollen wohl auch bei bestimmten Aktionen kostenlos unter den Dormagenern verteilt werden. „Wir sind zuversichtlich, dass die Becher allerspätestens bis zum Herbst in den Cafés stehen“, sagt ein Sprecher der Stadt.

500 Becher werden an die Rathaus-Gastronomen Bellini, Lemke, Ratskeller, Paparazzi und Adami verteilt. die restlichen 100 will die SWD als Werbemittel einsetzen. Sie sollen die Dormagener für das Thema Umweltschutz sensibilisieren. Christopher Prömpler, Inhaber des Ratskellers, sagt: „Wir wollen nicht so viel Plastikmüll produzieren, deswegen machen wir gerne bei der Aktion mit.“

Das Konzept Mehrwegbecher geriet immer wieder in die Kritik

Zum Preis der Becher will sich Prömpler noch mit den anderen Gastronomen abstimmen. Die Becher sollen in jedem Lokal gleich viel kosten, auch beim Rabatt planen die Gastronomen zusammen. Es gibt Vorschläge, wonach die Kunden 30 Cent sparen sollen, wenn sie den Mehrwegbecher mitbringen. Erste Überlegungen sahen acht Euro Verkaufspreis pro Becher vor.

In den vergangenen Monaten geriet das Konzept Mehrwegbecher immer wieder in die Kritik. Die Gastronomen sollen anfangs, so hieß es im Stadtrat, kein Interesse an den Plänen gehabt haben. Frank Lemke, Inhaber des gleichnamigen Cafés, stellte klar, die Stadt sei viel zu spät auf die Betreiber zugegangen. Diese hätten längst eigene Becher angeschafft – und schon dort sei die Nachfrage 
übersichtlich.

Am Ende ließen sich fünf Gastronomen doch überzeugen. Im Zentrum steht jetzt eine Kampagne für die Stadt. Der Becher soll auch Dormagen als Marke stärken. Andere Cafés und Restaurants schlugen das Angebot dennoch aus oder haben sich noch nicht endgültig für oder gegen das Konzept entschieden. Dazu gehören die Bäckereiketten Kraus und Backwerk sowie das Fast-Food-Restaurant
McDonalds.

2017 hatten die Fraktionen von Piraten, Linke und Grüne den Antrag für ein Mehrwegsystem gestellt. Die Verwaltung identifizierte in der Folge – auch mit Blick auf die gute Akzeptanz in Köln und Düsseldorf – das Mehrwegbecherpfandsystem „reCup“ als potenzielles System für Dormagen.

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