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Dormagen: Parkplatznot gefährdete Matthäusmarkt

Einigung in letzter Minute : Matthäusmarkt stand auf der Kippe

Der Heimat- und Verkehrsverein Zons berichtet von einer schwierigen Diskussion um Parkplätze.

. Aus dem Begleitschreiben zur Ankündigung des diesjährigen Matthäusmarktes am 21. und 22. September in Zons an die Medien klang Verärgerung durch. „Leider können wir die Presseinfo erst heute versenden, da wegen der immer noch bestehenden Parkprobleme durch die Archiv-Baustelle nicht klar war, ob die Veranstaltung stattfinden kann“, schrieb Jürgen Waldeck, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins der Stadt Zons (HVV), der den Markt ausrichtet, am Dienstagabend in einer E-Mail. Und weiter: „Nach langen, strittigen Diskussionen mit der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) wegen der Parkplätze für Besucher und Aussteller hat die Stadt Dormagen heute unsere Veranstaltung dankenswerterweise genehmigt.“

„Ich habe meinem Frust etwas Luft gemacht“, bestätigt Waldeck am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Ihn habe die „rigorose Haltung der SWD“ geärgert, die ihre Parkplätze in Marktnähe allein den Besuchern habe vorbehalten wollen. Reservierungen von Stellflächen für die Fahrzeuge der Marktbeschicker – der Heimat- und Verkehrsverein rechnet mit rund 150 Ausstellern und anderen Beteiligten – seien abgelehnt worden. Dabei seien diese größtenteils darauf angewiesen, in der Nähe des Marktgeländes parken zu können, um ihre Waren und Materialien für die Stände heranzuschaffen. Schon 2018 habe es aufgrund der Parkplatznot in der Zollfeste Schwierigkeiten für die Organisatoren des HVV gegeben. Ein damals eingerichteter Buspendeldienst für die Marktteilnehmer habe nicht zufriedenstellend funktioniert.

Am Ende der Diskussion halft nur eine Ausnahmegenehmigung

In diesem Jahr habe sich der HVV schließlich insgesamt 35 Parkplätze auf Flächen sichern können, die nicht in die Zuständigkeit der SWD fallen – an der Zonser Feuerwache und an der Friedrich-von-Saarwerden-Grundschule. Thomas Rütten vom Ordnungsamt der Stadt Dormagen sei sehr kooperativ gewesen, betont Waldeck. Letztendlich aber habe der Erste Beigeordnete Robert Krumbein sich einschalten müssen, damit die SWD sich bereit erklärt habe, Marktbeschicker auf einer Wiese hinter der Freilichtbühne in Richtung Reinfeld parken zu lassen – mit einer Ausnahmgenehmigung. Dadurch sei der Matthäusmarkt doch noch gesichert worden.

„Dass der Markt auf der Kippe stand, war mir nicht bewusst“, sagte Thomas Schmitt, Leiter für Stadtmarketing und Tourismus bei der SWD, auf Anfrage unserer Redaktion. Er verwies auf die jetzt gefundene, „gemeinsame Lösung“ und kündigte darüber hinaus für die kommende Woche noch ein Treffen vor Ort mit Vertretern des Ordnungsamtes und des Heimat- und Verkehrsvereins an.

Auch Stadtsprecher Max Laufer sagte, „dass der Matthäusmarkt in unserer Wahrnehmung nicht am seidenen Faden hing“. Er räumte aber ein, dass es im Vorfeld Probleme gegeben habe. „Aber es ist nach Lösungen gesucht worden, und am Ende haben wir uns aus unserer Sicht zur allgemeinen Zufriedenheit geeinigt“, so der Stadtsprecher. Wichtig sei, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzten und Unstimmigkeiten oder Hürden zusammen ausräumten. Laufer hofft nun, dass es im nächsten Jahr keine Schwierigkeiten mehr gibt. Ist die Kreisarchiv-Baustelle verschwunden, stehen immerhin wieder etwas mehr Parkplätze zur Verfügung.

Zu den Höhepunkten dürften auch in diesem Jahr wieder die Ritterturniere gehören, die drei Mal ausgetragen werden.