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Dormagen: Fliegenplage sucht St. Peter heim

Bürger klagen über Ungeziefer : Anwohner klagen über eine Fliegenplage in St. Peter

Seit rund acht Wochen ärgern sich die Anwohner der Bahnstraße in St. Peter über eine Fliegenplage. Auch über eine einhergehende Geruchsbelästigung gibt es Beschwerden. Die Ursache ist noch nicht gefunden.

So ähnlich wie jetzt die Anwohner an der Bahnstraße müssen sich wohl die alten Ägypter gefühlt haben, als sie im 13. Jahrhundert vor Christus laut biblischer Erzählung von der vierten der zehn Plagen, einer Invasion von Fliegen, heimgesucht wurden. Denn seit rund acht Wochen sei es dort kaum mehr auszuhalten vor Fliegen, wie jetzt sogar in der Facebook-Gruppe „Nette Dormagener“ groß diskutiert wurde. Die Ursache ist noch nicht gefunden.

Und die Fliegen sind nicht nur draußen. „Wenn ich einen Kochtopf auf den Herd stelle, habe ich direkt eine ganze Invasion von Fliegen hier drin“, sagt Anwohnerin Anne Raab, die die Diskussion in den Sozialen Medien durch ihren Post losgetreten hatte. „Mein Mann kann schon nicht mehr essen“, er habe sich mehrfach übergeben, erzählt sie.

Bereiche um Bahnstraße
sollen betroffen sein

Bereits am vergangenen Freitag sei das Ordnungsamt vor Ort gewesen um sich von der Situation selbst ein Bild zu machen und mit den Anwohnern zu sprechen, wie Max Laufer, Pressesprecher der Stadt Dormagen, bestätigte. Eine starke Geruchsbelästigung oder ein übermäßiges Aufkommen an Fliegen habe man jedoch nicht feststellen können. Die Anwohner empfinden das anders. „Ich bin gestern in der Höhe über die B 9 gefahren, riecht ihr nichts? Es stank für mich bestialisch nach Verwesung“, ist zum Beispiel auf der Sozialen Plattform zu lesen, auch die Mutmaßung „Eventuell ist ein Tier oder mehrere im Kanal verendet? Bei den wenigen Regenmengen sind die Kanäle ja kaum durchgespült.“

Betroffen seien laut Anne Raab die Bereiche um die Bahnstraße und Koloniestraße westlich der B 9 sowie die Bahnstraße auf beiden Straßenseiten östlich der B 9. „Die Fliegen sind hauptsächlich in den Gärten“, sagt sie. In der Straße selbst und an den Mülltonnen habe sie kein erhöhtes Vorkommen feststellen können. Sie habe sowohl drinnen als auch draußen schon professionelle Fliegenfallen aus dem Pferdesport-Zubehör aufgehängt. Nach zwei Tagen seien die jedoch voll und müssten gewechselt werden.

Bürgermeister äußert
sich bei Facebook

Auch die Kreisumweltbehörde sei bereits informiert worden, so Raab. Wie die Pressestelle des Rhein-Kreises Neuss mitteilte, habe man am Montag erstmalig Kenntnis von dem Problem erlangt und umgehend Mitarbeiter der Umweltbehörde die Lage prüfen lassen. Von Bürgermeister Erik Lierenfeld war am Montagmorgen auf Facebook zu lesen: „Die Fliegen stellen erstmal keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar. Da aber nicht auszuschließen ist, dass die eigentliche Ursache vielleicht eine Gefahr in diesem Sinne darstellt, habe ich das Ordnungsamt gebeten vor Ort den Sachverhalt zu prüfen.“

Auch am Montag waren wieder Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor Ort, haben mit Anwohnern gesprochen, die jedoch die Fliegenplage nicht bestätigten. Es wäre daher „hilfreich, wenn sich die Beschwerdeführer nochmal direkt mit dem Ordnungsamt in Verbindung setzen“, damit man die betroffenen Bereiche genauer ausmachen könne, sagt
Max Laufer.